Der Verhinderte

von phorkyas

Immer wieder schaue ich mir diese Künstler an. Im Theater, in Videos. Und fühle mich ihnen zugehörig. Habe das Gefühl, ihre Verletzlichkeit zu verstehen oder die Qualen ihres Schaffensdrang. Ginge ich aber zu ihnen, wie sollten sie mich erkennen oder anerkennen? Woran? Warum?

Nein, ich bin doch keiner von ihnen. Ich produziere nichts, im Gegenteil verleihe ich mir innerlich noch Orden dafür, dass ich mir die meisten Ergüsse verkneife oder in der Entwurfsschublade verrotten lasse. In der Pandemiezeit, wollte ich mir beweisen, dass ich doch noch etwas fertigbringen könnte und habe Whitmans kompletten „Song of myself“ übersetzt. Aber es hat mir doch nur das Gegenteil bewiesen: dass ich neben meinem Brotberuf, so nicht genug Zeit finde irgendetwas von Substanz fertigzubringen.

Also was? Weiter sich feige verstecken, oder einen Gang höherschalten? Wird langsam Zeit. Die 40 rollt schon auf mich zu.