Lafcadios Loch

Rants from below

Klangbild

Der Hahn schreit krächzend, heiser-leiser werdend über das fern-dumpfe Dröhnen des Diskobasses am Hörhorizont.

Überrascht wie sehr mir Thomas Steinfelds „Der Sprachverführer“ gefällt.

Aufkeimende Erkenntnis: Dass es nicht ein Problem der Form (Roman!) ist, sondern der Sprache. Wie soll das digitale Deutsch aussehen? Englisch Hexadezimal?

Dilettiere in Hacker-/Cryptochallenges. Zum ersten mal Assembler. Hinab bis zu den Opcodes und beim radare2 Live-Debuggen dem CPU-Registern-Rattern zuschauen. Stecke jetzt fest. Werde meinen Kopf weiter gegen die digitale Wand schlagen (so wie John Cage: After I had been studying with him for two years, Schoenberg said, “In order to write music, you must have a feeling for harmony.” I explained to him that I had no feeling for harmony. He then said that I would always encounter an obstacle, that it would be as though I came to a wall through which I could not pass. I said, “In that case I will devote my life to beating my head against that wall.”)

I’m root

Kürzlich schickte mir ein Freund was zu Kittler. In etwa ging es um das Folgende:

Die Zahl der Kittler-Medien übersteigt also das gesamte Archiv digitaler Nachlassobjekte der letzten 10 Jahre. Die Anzahl von Dateien, die gesichtet und klassifiziert werden müssen, liegt schon jetzt schätzungsweise über 1,6 Millionen, obwohl noch nicht alle Volumes zugänglich sind. Die Sichtung und Klassifikation – die ja der eigentlichen Relevanzbeurteilung und Formatmigration vorausgehen muss – wird auch dadurch erschwert, dass Kittler nicht mit Standardverzeichnissen wie »/home« gearbeitet hat, sondern seine Dateien (immer als »root«) z.B. in »/usr/ich« abgelegt hat. Es ist daher nicht auszuschließen, dass sich auch sonst in der Dateisystemhierarchie individuelle Spuren finden, die erhalten werden müssen. Auch bei der Dateibenennung geht Kittler eigene Wege: ».doc« ist oft nicht das, was heutige Anwender erwarten, und Textdateien treten auch mit den Extensions ».utf« oder ».lat« auf, was wohl den Zeichensatz wiedergibt.
Jemand dem der protected mode der CPU schon ein Dorn im Auge war, wird sich wohl nicht an Dateirechtekonventionen halten (wobei ich erst vor ein paar Tagen und 16 Jahren Linux lernen musste dass /usr nichts mit User zu tun hat, sondern für unix system resource steht). Kittler würde Kali-Linux gefallen, die verwenden „root“ als Standarduser, während Standarddistributionen, den Account lieber vorm Benutzer verbergen oder gar sperren, weil ein „root“ auch schnell was kaputt machen kann.
Naja, interessiert vermutlich kaum jemanden, aber andere schreiben Masterarbeiten drüber, wie sie die 1,2 TB durchforsten (ich hätte wahrscheinlich nur ein fieses Skript zusammengehackt).

Sinn, abwesend

Ich falle mal wieder in den allertiefsten Blog-Blues, so tief wie die Diamantenminen in Sibirien, so depressiv, dass ich sogar meine Schreibhemmung überwinde.. und was setzt mir so ein bekackter Empfehlungsalgorithmus von einem Flachneuron vor?

Bildschirmfoto vom 2018-12-21 21-20-24

Weiß der eigentlich was Sarkasmus ist? Das schwarze Loch meiner Sinnlosigket verschlingt noch ein paar Millionen Sterne mehr, die über den Ereignishorizont geglitten nun, vielleicht, in eine andere unbekannte Leere geschleudert werden. Warum klebe ich  überhaupt noch Worte aneinander und warum tut das nicht so eine markovsche Kette, das neuronale Netzdings, der Bot? – Die digitale Erde fühlt sich immer voller an, oder ist zumindest immer voller von unseren Rülpsern, die nun jeder über irgendein Gerät hinausposaunt. Wie viel übersichtlicher war es, als es nur ein paar papiernen Aristokraten des Geistes vorbehalten war, sich über diese Welt zu verbreiten. Manches konservierten wir bis heute, als wären es überliefernswerte Schätze und nicht genauso irrlichternde Äußerungen wie die eines Stier-hodenessenden Dschungelcampteilnehmers.

In ein paar hundert Jahren, wenn wir uns endlich vom Antlitz dieser Erde gepustet haben werden, dass sich dieser Planet wieder von diesem gescheiterten Affenexperiment erholen kann,.. wer kräht dann noch danach, dann wird unsere mega-egale Existenz ebenso ausgelöscht sein, wie die von schwarzen oder orangen Präsidenten. Und darin liegt fast so etwas wie Trost.

An Essay to end all essays – and this blog.

„I talk nonsense, therefore I’m human“ Fyodor Dostoievski

Begegnung der dritten Art

Zwei Uhr nachts schiebe ich das Rad den Weg zum Hauseingang entlang. Plötzlich zwischen den Büschen das von einem Smartphone künstlich erhellte Gesicht. Kauert einer da, textet verzweifelt, als finde die Party da draußen sonst ohne ihn statt. Als er mich bemerkt schaut er beschämt zu Seite, als hätte ich ihn ertappt, wie er sich da gerade einen Schuss social media gesetzt hatte.