Tree of Life

von phorkyas

„The tree of life“. Jedes Wort, jedes Bild in diesem Film
ist verlogen. Die Syntax ist die der Werbeindustrie.
Dennoch lobt ihn die Kritik hymnisch. Es ist ihre Art.
Gregor Eisenhauer

Was war das bitte? Sind das die letzten Minuten von 2001 auf einen Film von Überlänge gedehnt oder doch nur eine Waschmittel-Werbung auf 138 Minuten?

Diejenigen die sich dieses Machwerk nicht in voller Länge gegeben haben, beneide ich nun, aber ich hatte ja Geld bezahlt und wollte so das Ding auch bis zum letzten durchstehen. Einfach hat er es mir nicht gemacht. Es geriet zur schon physisch empfundenen Qual:
Wie viele verdammte Gegenlicht-Aufnahmen kann man denn noch in dieser schier endlosen Zeit zeigen, musste ich mich fragen. Ich zuckte schon unwillkürlich zusammen, wenn die Kamera wieder von unten schräg, das Licht werbetechnisch transzendieren wollte und der nächste Vorhang oder das nächste Blätterwerk im Wind rascheln musste. Ja, jede Aufnahme war perfekt. Zu perfekt. Wie froh bin ich, dass das nicht mein „Leben“ ist, in meinem sind die Aufnahmen nicht so werbeästhetisch vervollkomment, in meinem gibt es noch Dreck.

Was war das denn für eine Mischung? Ein wenig „Unsere Erde“ (der schon eine ähnliche Ästhetik aufwies) verquickt mit Hubble-Teleskop-Aufnahmen. Großstadt-Architektur, schillernde Oberflächen. In der Mitte ein wenig Handlung und sogar Schauspiel (die Hauptrolle, der einzige Charakter einem Kind aufgebürdet)…
Und dann dieser pathetische Kitsch: schwebende Grazien… und, dafür fehlen mir die Flüche: Computeranimierte Schmetterlinge, die auf der Hand der engelsgleichen Frau landen und von dieser auch noch gestreichelt werden sind einfach Scheiße! (In einem anderen Film wurde mir auch schon so eine unsägliche Szene untergejubelt, ich bin mir gerade nicht sicher, war es tatsächlich „Ohne Limit“?)

Und diese ganze Leere wurde dann bemüht in einen Theodizee-Rahmen gepappt – Nein, berührt hat mich keines dieser Schicksale, weil es ja nur leere Projektionsflächen gab. Das klappt bei einem Film wie „Blau“ dann doch ganz anders, bei dem ich den Schmerz der Protagonistin, die Verhärtungen der Seele mitspüren kann, während mir diese Pappkameraden, in die ich selbst alles Innenleben hineintüten müsste immer fremd geblieben sind (außer vielleicht dem ältesten Sohn wie gesagt).

Pffft. Nö, blöd!