Traum?

von phorkyas

Alice ist auch dabei. Ein weißer Hase hoppelt über die Wiese und gräbt ein Loch. Der graue, wolkenbehangene Himmel lässt das Schweigen und den Schmerz blühen wie Blumen des Bösen. Ich warte auf Anna Blume mit dem roten Cape. Die Vögel hängen starr,steif und tot in den Bäumen. Wir gehen vorbei an den Hochhäusern, den ahnungslosen Riesen die sich recken aus den Mondkratern und Staub. Wir sehen uns an und müssen lächeln. Über soviel totes Leben. Über den geistlosen, gigantischen Lauf, das Toben und Schweigen der Geschichte. Sie weist nach vorn. Ihr dünner zarter Arm, die feinen Finger. (Alabasterarm?). Sie weist nach vorn. Der Hase spielt mit den Karten. Unwissend, unbedacht. Es wird neu gemischt. Neu die Karten. Die grauenhafte Musik des Zufalls… Anna Blume ist entwischt. Durch ein Loch in der Wand. Hinausgetreten.
Rote Fasern noch an den rauhen Steinen der Wand. Ich lächle. Wissend, dass mein Schlaf keine Träume mehr hat. Dass der Schlaf nicht existiert und sich blau schillernd in meine Augenhöhlen gräbt… Ich drehe mich um, doch dort steht nur noch eine Frage. Eine ketzerische Frage, die man nicht stellt: ”Und was, und was, wenn das alles nicht
existiert, wenn nie, zu keinem Augenblick überhaupt etwas existiert hat?”

Kürzlich las ich zufällig Träume von Alexei Remisow und Jesca Hoop (sie war die Vorband bei einem Eels-Konzert). Und da fiel mir auf, dass man bei dieser Prosa nach wenigen Sätzen schon merkt, dass es sich um Träume handelt. Deshalb habe ich obigen, alten Text einmal herausgekramt, auch wenn er doch zu viel redigiert ist, um noch ein echter Traum zu sein.

Diese Frage also: Woran merkt man’s, dass man sich in einen Traum befindet (zunächst einmal textlich gesehen)?