Der Fluch des Digitalen

von phorkyas

Zwischen zwei Bits ist kein Raum. Du kannst darauf herumoperieren, wie du willst, nie wird es einen doppelten Boden geben. Nie schillernde Mehrdeutigkeit.

So das Urteil des Kulturpessimisten. Und das Internet hat unser Bewusstsein schon verändert, unbestreitbar – aber ausgelöscht wohl kaum! Die tektonischen Verschiebungen solcher kulturellen Umwälzungen verunsichern. Ich kann mich darin auch nicht verorten, bin einfach lost. Und es ist kein mystischen Verlorensein in ein unverständliches aber mich bergendes Universum. Auf keiner Plattform möchte ich heimisch werden – dieses Loch hier ausgenommen.

Dabei: ich wollte hier so ein Heidegger-Zitat reinkloppen, um die Unvereinbarkeit der alten, schwerfällig-raunenden Gelehrtenkultur mit der zischenden Rasanz der Datenströme zu illustrieren und dann stolpere ich hierüber:

Ein Geheimnis ist erst dann ein Geheimnis, wenn nicht einmal dies zum Vorschein kommt, daß ein Geheimnis waltet.

Heidegger: Unterwegs zur Sprache

Das ist dann noch ein Schritt weiter als die Null-Wissen-Protokolle der Kryptographie, wo man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit beweisen kann, dass man ein Geheimnis weiß, ohne dessen Inhalt zu verraten. Hätte das Heidegger gefallen?