2048

von phorkyas

Im russischen Permafrost sitzt die letzte Widerstandsgruppe. Hier und dort hacken sie einen Server als c2c für ihr моррис-botnet. Nach weltweiten Internet-Mobbing-Exzessen wurde weltweit eine Internet-Klarnamen-Pflicht eingeführt und alle kritische Infrastruktur liegt weiterhin in US-amerikanischer Hand. Doch zum Glück hat die Industrie ihr IoT-Mayhem nie gefixt und so können die Partisanen Sicherheitslücken vor allen Dingen in deutscher Autonavigationssoftware nutzen, um ihren Wurm weltweit zu verteilen. Ihr Ziel:
Die Welt vom Smartphone-Terror aus den Klauen der Netzsucht zu befreien. Dazu schnürten sie eine digitale Doomsday-Machine: ein tödlicher Cocktail aus metamorphen Viren und Wipern soll auf Knopfdruck genügend Verheerung anrichten, dass die digitalen Feuerzentren aussetzen und so der Menschheit eine Atempause ins Analoge verschaffen…

Währenddessen in Köln-Ehrenfeld ein Student über die zarten Anfangsknospen der literarische Blogger-Szene promoviert und gerade an dieser polymorphen Gestalt des Blogo-/Epi-/Grobozentriker verzweifelt: Zwar ließen sich noch einige irrlichternde Fragmente aus den Internet-Archiven fischen – den ominösen Hohlkörper-Roman hatte Google zum Glück nicht gescannt und das Marbach-Archive hatte nach einem Ransomware-Befall alle Daten eingebüßt – aber wie ein Max Brod wollte er sich einfach nicht fühlen, viel mehr entfacht auch der Inhalt der gesichteten Dokumente einen solchen Frust, dass er sein Neurotransmitter-Implantat herausreißen und abfackeln will.

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