von phorkyas

Wie Stephen Colbert sagte: Es ist uns nicht gut bekommen, das Gift des Hasses auf die andere Seite, die ja immer die dumme ist. Den Medienvertretern und ihm selbst ist die Tragweite wohl aber immer noch nicht bewusst. Denn es geht ja immer noch weiter mit dem Eindreschen auf den Stroh-Trump.

So auch beim Böhmermann. Und dann auch noch auf Barth und Pietro Lombardi mit dem gleichen Pseudo-Unterschichts-Gelalle. Das es dann bei Barth gar nicht gibt. Als ich mal in eine Barth-Sendung geriet, da konnte man Barths Cleverness und Schlagfertigkeit und auch die seines Publikums in Form der Kandidatin auf der Bühne nämlich nicht übersehen. Aber das bourgeoise Kleinkunstkaberett hat in Barth ein so vortreffliches Ziel für den eigenen dummen Dünkel gefunden, dass es sich schon nicht mehr dafür interessiert, dass die Witze über Barth unter dem Niveau liegen, das man ihm andichtet.

Vielleicht ist es ja auch so mit dem Monstrum Trump. Da hat man sich so eingeschossen auf den Widerling, den Clown, dass man es nicht fassen kann, wie das dumpfe Wählervieh die zahlreichen Sottisen überging, dass ihm die großen aufklärerischen Spots und investigativen Anwürfe in der eigenen medialen Filterblase so gnadenlos schnurz waren.

Hey, Kulturestablishment, das gibt’s für euch nun auch in Unicode: 🖕! Schön auf dem Silbertablett aus den amerikanischen Wahlkabinen.

Aber ich sollte nicht auch noch meine Worte mischen in diese Kakophonie aus aufgeregten Stimmen. Man sollte es still genießen, das Gekreisch, das dystopische Sirenengeheul und am nächsten Tag immer noch lebendig aufwachen. Und sich ein wenig freuen, nicht wie Slavoj Zizek, – denn in den schrillen Tönen, kann man doch ein wenig die Verunsicherung heraushören, die Zweifel, die kleinen Knackse im Weltbild, die wenn man darauf achtete, sich ausbreiten ließen zu Rissen, zu Öffnungen, um durch sie hindurch hinauszublicken in Freie. Die Freie von der Einengung des eigenen verfestigten Weltbild, unser Korsett aus Sitte und Kultur, diese biestige Verpflichtung, immer auf der richtigen Seite zu stehen und recht zu behalten.

Fern hinter dem lauten Geraschel des Blätterwalds, dem Tumult ließe sie sich erlauschen die Stille,
die ozeanische,
die nietzeanische Höhe, Tiefe, whatever.