Vergeblich

von phorkyas

Wenn es einen Ausdruck für die menschliche Misere gibt, so ist es doch: Verheißung. Diese innere Unruhe, dass was wir suchen irgendwo noch vollständiger und umfassender ausgedrückt sein könnte. In welchem Feld der geistigen oder körperlichen Betätigung auch immer. Es könnte immer noch etwas geben, das wir noch nicht kennen, etwas, das eine neue Perspektive, eine ungeahnte Verbesserung bringen könnte. Und so halten wir uns wie dem Esel immer die Mohrrübe vor die Nase, fortwährend in der Ungewissheit, was kommt. Ob das nächste Update alles umreißt oder unsere derzeitigen Illusionen noch bestand haben. Fiebernd nach neuen Daten, Disruptionen und Anomalien.

(Die Religion tat vielleicht ganz gut daran, eine Verschiebung nach außerhalb des Diesseits vorzunehmen, so dass die Hoffnung und ihre Enttäuschungen nicht allzusehr beim Tagwerk störe.)