Kein Kaffeehaus

von phorkyas

Wenig Zeit blieb mir in Graz eines der Kaffeehäuser zu besuchen. Ein Museum und eine Wanderung waren noch drin. Sonst nur 13-14h arbeiten und das einzige was mich aufrecht hielt war der Spa-Besuch – immerhin ein Freikörperbereich – und das üppige Früstücksbuffet mit ordentlich Rührei und Kaffee.

Sonst hieß es wieder: Codezeilen fressen, den Overload auf die Gehirnschale irgendwie aushalten und den Stress verkraften. Ein neues Projekt war wieder live gegangen und dann nachdem erst einmal alles gut aussieht, kommen die kleinen Fiesigkeiten. Dinge die noch im alten Code geschlummert haben und sich mit dem neuen nicht vertragen, oder subtile Fehler, die sich leider erst in der realen Anlage, den realen Abläufen zeigen. Nur konnte ich das jetzt gar nicht gebrauchen. Wo ich mir die Datenbankschemata für eine Warenhaustopologie in die Hirnwindungen schrauben sollte.

Ach, aber wen interessiert’s? Die anonymen Codeknechte, die auf der Kabeltrommel die Bytes in die Maschine hacken, während die Druckluft zischt, die Förderer rauschen, die Vereinzelerspitze an den Leitersegmenten rattert und zu allem dieses Radiogedudel, das die Kommissionierer in ihrer hirntötenden Arbeit noch ein wenig antreiben soll, bis sie ihre Schicht geschafft haben. Wer könnte denn aus diesen Dingen etwas Transzendenz herausquetschen, allen Ernstes? Es gibt doch kaum etwas kunstferneres, geisttötenderes als die Stahlskelette der Distributionscenter, ihre effezienzoptimierte Kahlheit. Hier wird keine Arie geschrieben, auch nicht in C++.

– Aber eigentlich hatte es doch um die Taxifahrerin gehen sollen order darum warum in Graz keine Banditi sind