Das Bewusstsein bestimmt das Sein

von phorkyas

Statt vernünftig sein und schlafen zu gehen noch Doku reingezogen. „The real cost“. Hin- und hergerissen, zwischen Inspiration und Verärgerung. Langsam bleibt mehr die Verärgerung: Mit wieviel abgestandeneer Kapitalismus- und Konsumiskritik sollen wir unsere abgetöteten Herzen denn noch imprägnieren. Der Schmonzes gehört doch nur mal eben beim Fair-Trade-Kaffee weggeliket. So sehr wie das auf Gefühl setzt und an das moralische Überlegenheitsgefühl appelliert ist es doch auch nur Gegenpropaganda zum täglich abgefuckten Werbehirnflash – Fuck the System, wenigstens ’n bisschen.

Schuld war eine Bemerkung beim Epizentriker, dass es mit dem Guten wozu der Mensch angeblich fähig sei, nicht weit her sei; die Realität seien eben immer Sweatshops. Und da die Kunden unserer Systeme gerade aus der Modeindustrie stammen und ich bei Netflix auf diese Doku stieß, dachte ich, ich informier‘ mich mal. Nun, dann weiß ich jetzt, dass ich für die Branche arbeite, die der zweitgrößte Umweltverschmutzer weltweit sei. Schlimmer soll nur die Ölindustrie sein, bei der mein noch kommunistisch gesinnter Studienkollege nun seine Brötchen verdient.