How to code poems

von phorkyas

Just don’t!

Dieser Gedanke ein Gedicht zu programmieren. Nicht als aleatorische Spielerei wie im Dadaismus, bei Enzensberger oder in der Musik z.B. bei Cage oder Ligeti, sondern der Versuch, wie weit noch etwas ausdrückbar wäre in dem Korsett einer künstlichen Computersprache.

Die Beispiele im Netz überzeugten mich nicht und auch nicht die Beispiele im Volltext (Nr. 2/2015), z.B. Paul Hertz All.go.rhythm

include everything.*;
void wonder (Universe u) {
    while (ever never) {
        for(Poem i in u.now()){
            Word dust = u.speak(i);
            for(Moment mote in dust){
                wonder(new Universe(mote));
            }
        }
    }
}

Ist da ein poetischer Funke der zündet, ein ästhetischer Überschuss? Ich fühle nichts…
~
Aber wenn dies die Sprachen sind des nun völlig über uns hereingebrochenen Positivismus, dann sollten sie vielleicht auch nur eines Ausdrücken: das Fehlen von Ausdruck, das Fehlen von Sprache in unserem digitalen Neusprech. Und dies müsste immanent in der Sprache selbst vorgeführt werden, indem man sich selbst in einen solchen Formalismus zwängt wie die Zwölftonreihe? Wie schreibt man dann ein ordentliches Genicht?

WEGGEBEIZT vom
Strahlenwind deiner Sprache
das bunte Gerede des An-
erlebten –das hundert-
zungige Mein-
gedicht, das Genicht.
Paul Celan

Wie schreit man diesen allerlautesten Schrei, der in unserer Sprachlosigkeit liegt?