Von Licht und Schatten

von phorkyas

Es ist schon so eine Bessesenheit, von der ich nicht mehr loskomme: der Begriff, mit dem man diejenigen umfassen könnte, die es geschafft haben. Die Prominenz, die Altvorderen, die Arrivierten, diejenigen die im Lichte stehen. Die A-Blogger, im Gegensatz zu denen in der B-, C- oder D-Klasse.

Weil es überall so ist, dass die Gesellschaft, wie unser Bewusstsein, einen schmalen Scheinwerferkegel auf einen kleinen Kreis von Personen wirft, die dann das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Und seien es nicht einmal mehr die Warhol’schen 15 Minuten, sondern die heutigen 6 Sekunden in einer Vines Compilation.

Auch Kunst und Literatur sind so. Die Journalisten nennen das Aufmerksamkeitsökonomie; das sparsame Gut der Aufmerksamkeit wird nur spärlich verteilt auf Neues oder Neue und stattdessen konzentriert es sich auf das was schon einen Namen hat. Für die Orientierung auch einfacher.

Was auch andeutet, dass es bei diesem Prozess der Fixierung positive Rückkoppelungen involviert sind. So wie beim Geld. Wer schon hat, dem wird gegeben.

Dies nicht als Klage, nur Situationsbeschreibung. Aus dem Schatten schießt es sich ohnehin besser.