Disrupt

von phorkyas

Warum ich angefangen habe das Internet zu hassen? Weil es nicht mir gehört, weil ich nicht Facebook oder Google erfunden habe? Weil es so voller Schrott ist, das neue Nullmedium, mit dem man stundenlang seine Birne mit weißem Rauschen wegschießen kann?

Durchaus, aber nachdem ich jetzt länger in den hacker news abgehangen habe* und das Startup-Powerpoint-Synchronschwimmen aus der Serie Silicon Valley mir immer noch im Kopf herumspukte, dämmerten mir ein paar Dinge:
Allen Barners-Lees zum Trotz, am Ende gewinnen doch immer nur die Hyänen, die Schinderhannese – die Steve Jobs und Larry Ellisons.
Die Ideale sind verkauft, nur noch gut für den Trödelmarkt, das was die ganze e-commerce, App-Mania freisetzt sind neue disruptive Energien**, die alles in eine Richtung weitertreibt; nach dem Beispiel der Logistikbranche, Amazon und den Ubermenschen**; billiger, Kosten, Löhne drücken, Wettbewerber rausdrängen bis nur noch einer bleibt. – Wird sich also die Lorenz-Kurve noch weiter beulen bis endlich nur noch eine Dirac-Verteilung bleibt. Sollen die Blogger weiter ihre Links rumschmeißen, die FOSS und Linux-Kernel-Hacker weiter ihre lines of codes einchecken, das Geld landet doch in Tony Montanas Tasche.

[Sprach Popper im Zusammenhang mit dem wissenchaftlichen Fortschritt und dass man heute noch nicht einmal wissen kann, was die heutigen Entdeckungen nach sich ziehen werden, nicht davon, dass wir uns auf eine dunkle Wand des Unbekannten zubewegen. – Vielleicht wird ja noch alles gut – Come on and embrace the Ubermensch.]

* http://www.newyorker.com/magazine/2015/05/18/tomorrows-advance-man
** http://citypaper.net/uberdriver/