Innerliche Verausserungen

von phorkyas

Dieser Verdruss. Es ist alles so zaeh, egal, endlosschleifend, was da durch meine Timeline suppt. Aufregung ueber ein paar Twitterbilder eines Krautreporters. Hat die Welt denn keine anderen Probleme? Fefe aetzt gegen systemd, vergleicht es mit dem Antichristen: Microsoft. Ich bin sie so muede die ganzen Grabenkaempfe, ideologischen Verhaertungen, aber es ist als koenne der Mensch nicht anders, als muesse er bestaendig die Welt trennen in Gegensaetzliches, in Gut und Boese. Und dann haengt er sein Herz ganz an einen dieser Pole, verteufelt und verdammt die feindliche Seite. Linux vs. Windows. USA vs. Russland. Qualitaetsjournalisten vs. Blogger. Was auch immer. Ich stehe nur noch ratlos an der Seitenlinie und moechte eigentlich Fan gar keiner Mannschaft mehr sein. Was geht mich dieser ganze Bloedsinn noch an? Auch eine intellektuelle Eroerterung zur Lage des Abendlandes zwischen Pegida, Varoufakis und ESC-Skandaloeschen koennte ich mir nicht einmal von Enzensberger anhoeren. Oder von Pispers, wenn ich den mittlerweile hoere, dann ergreifen mich Fluchtreflexe.

Wie dem auch sei! Womoeglich liegt der Verdruss auch bei mir selbst, weil sich einfach nichts bewegt und wenn ich dann traege durch das Netz des Immergleichen klicke, ich natuerlich nicht auf etwas stossen kann, dass mir Anstoss waere, mich aus mir selbst herauszustossen. Es muss ein Ruck durch die Blogosphaere gehen. Ach, solche verrueckten, innerlichen Verrueckungen sind ja auch nicht immer ganz schmerzfrei, gerade wenn sie mit einer Selbsterkenntnis verbunden sind. Der Mensch dieses merkwuerdige Tier, das sich selbst zum Objekt seiner Betrachtungen machen kann, es versucht nun Objekte zu schaffen, die sich selbst zum Objekt ihrer Datenverarbeitung machen. Eher unwahrscheinlich; aber in der Zwischenzeit kann er damit schon einmal seine eigene Objektifizierung, die totale, vermessene Vermessung seines Verstandes vorantreiben. Liesse sich bei mir wahrscheinlich auf ein paar Kilobyte zippen.