Keine Rettung. Nirgends.

von phorkyas

Nur die Kunst könnte uns retten. Nur als Künstler könnten wir uns frei ausdrücken. Mensch sein. Nicht als Homo faber. Das ist eigentlich eine Trivialität. Glasklar. Als kleines Rädchen im Maschinenpark, kleiner Softwareklöppler, bewegt man sich doch nicht als sich selbst. Diese fremdbestimmten Tätigkeiten verleihen doch keine Identität, so sehr ich mir auch einzureden versuche, ich müsse nur noch ein bisschen härter mir die Bits und Bytes, all die Computertheorie auf die Hirnplatine brutzeln bis ich auf dem Urgrund unseres Zeitalters ankäme, bis ich sie spräche die Maschinensprache – und sei es nur um sie zu überwinden. Dabei – ist es doch verlorene Mühe, durchstiebt keines meiner miesen Codefragmente einen Funken, einen Hauch nur von Inspiration, erfüllt mich schon der Gedanke, dass ich persönlich mit diesem abnormen Produkt meines Geistes identifiziert werden sollte mit Abscheu. Warum?

Weil es der Alltag ist? Es ist nun einmal das prosaische, widerliche Einerlei mit dem man sich täglich auseinanderzusetzen hat. Und welches als Widerpart zu dienen hat für die kühne, es übersteigende Poesie. Die Poesie, deren befreienden Flügelschlag ich schon so lange nicht mehr spüre, dort unten mit dem Gesicht im Schlamm.