Ontologischer Status XYZ: ungelöst

von phorkyas

In einer Serie von Artikeln untersuchten drei Blogger den ontologischen Status von: Kunstwerken, Computerprogrammen und Abstraktionen. Keiner der drei Texte kommt freilich zu einem konkreten Ergebnis; es ging wohl auch vielmehr darum grundlegende Fragen aufzuwerfen, die man sonst leicht übersieht. Wahrscheinlich müsste man, um zu einem Ergebnis überhaupt kommen zu können vorab noch klären was „Existenz“ oder „Sein“ ist und damit begibt man sich in philosophische Abgründe aus denen kein Text mehr heraus kann – selbst unter Benutzung eines Heideggers wahrscheinlich.

Ich möchte im Folgenden zu der anregenden wie aufgeregten Diskussion bei metepsilonema ein paar Worte verlieren:

I) Der Streitpunkt war, so wie ich es verstanden hatte, Andreas Wolfs Behauptung, auch Wirtschaftssysteme könnten Interessen haben, worauf dann metepsilonema schließlich mit einem ganzen Blogtext antwortete und eine Diskussion entbrannte, die ins Allergrundsätzlichste kippte, dabei hatte Andreas Wolf in seiner ersten Antwort, meines Erachtens schon den Kernpunkt berührt:

Der Kapitalismus, und davon sind wir ja ausgegangen, ist als hier herrschendes Wirtschaftssystem real und existent. Dass er gewisse Interessen verfolge, ist ein Anthropomorphismus, das gebe ich zu. Natürlich hat “Der Kapitalismus” als System keinen freien Willen. Aber als Prozess befördert respektive benachteiligt er natürlich gewisse Eigenschaften der in ihm agierenden, oder besser vielleicht: ihn ausagierenden, Organe. Die anthropomorphe Metapher ist vollkommen lesbar und als solche durchschaubar.

D.h. es geht hier eigentlich nur um die Angemessenheit eines Ausdrucks, um die Möglichkeit metaphorischen Sprechens. Ein Ansatz dies zu Diskutieren wäre vielleicht die Behauptung gewesen, dass es sich bei diesem Anthropomorphismus doch um einen Kategorienfehler handele (ich war fast sicher, dass Köppnick das noch aufbringen könnte). Wobei ich mit das Instrument „Kategorienfehler“ noch nicht zu nutzen weiß. Angetreten um das Leib-Seele-Problem als Scheinproblem zu entlarven, bin ich doch äußerst skeptisch, ob es das wirklich zu leisten vermag, oder ob es sich nicht selbst um recht ungenaue Sprachpolizei handelt, der letztlich alle Metaphern suspekt werden müssten. Und spätestens da, meine ich, schüttet man das Kind doch mit dem Bade aus: Unser Erkennen basiert doch letztlich aus (ungerechtfertigten) verallgemeinernden Übertragungen, Analogieschlüssen; Metaphern. Anders mit Sprache können wir gar nicht begreifen, als dass wir ein Bild darüberlegen, von etwas, dass wir schon durchschaut zu haben glauben. So arbeitet auch die Wissenschaft, wenn beispielsweise die Physik in den Anfängen der Quantenmechanik die Planetenbahnen in den Atomhülle legt.

Wie dem auch sei. Zurück zum Thema. Oder auch nicht mehr. Diese Kommentarparty hab‘ ich halt verpasst.