Trans-Poietik

von phorkyas

Mythos und Poesie waren einst eins. Sie spendeten Sinn und Deutung und hoben den Menschen auf in einer allumfassenden Verbindung im Lebenskreis, der Natur, dem Kosmos.

In der Kritik am Mythos, die Philosophie regte sich das Misstrauen gegen das poetische Sprechen, welches beschwört und verdunkelt und uns Dinge glauben machen könnte, die nicht existieren. Die Helle der Vernunft sollte Klarheit bringen. Nun, nach Christentum und Aufklärung, ist die Erklärung der Welt den Einzelwissenschaften überantwortet, doch wir stehen da so klug als wie zuvor und dürsten immer noch nach Poesie, nach Prinzipien und Ideen, die das Rein-Gegebene ins Wanken bringen, aufheben und übersteigen, nur dass nicht einmal mehr Literatur dies zu verheißen mag.