Menschliche Glorie

von phorkyas

Unsere Geistesgeschichte gleicht einer fortwährenden Verletzung der menschlichen Hybris. Nach der Verdrängung aus dem Mittelpunkt des Universums, des Sonnensystems und der Schöpfung, mussten wir hinnehmen nur ein Produkt eines zufällig-irrsinnigen Prozesses zu sein, der immer komplexere und merkwürdigere Lebewesen ins Dasein spült. So blieb uns wohl nur Kultur, das Geistige oder unser Selbstbewusstsein, um uns dem restlichen Seinsgewusel überlegen zu dünken. (Man muss ja nicht wie Descartes die Tiere wegen ihrer Instinktgetriebenheit für Automaten halten; befremden kann einen doch schon wenn man sieht wie automatisch wir und unsere Mitmenschen unsinnige Dinge tun, als wäre da in unserem Kopf niemand da, sondern wir alle nur philosophische Zombies.) Aber was bleibt von unserer Glorie noch, nach Freud der uns verkündete das Ich sei nicht einmal Herr im eigenen Hause oder nachdem wir nun Informationsverarbeitungsmaschinen konstruieren können, die richtig instruiert wohl jedes formalisierbare (Teil-)problem besser und schneller lösen können als unser Geist.