Begegnung der 3. Art

von phorkyas

I
Ich habe unter Bob Macha gedient. Als ich in der Firma anfing war er Geschäftsführer. In seinem Büro thronte er zwischen Bergen von Hardwareteilen. Er war ein Malocher, ein Macher, er verströmte pure Energie. So war jedenfalls seine Rede. Wir waren sein Publikum. Wenn er einmal anfing von einem Prinzip nach dem dieses oder jenes Betriebssystem den Speicher verwalte und dann zu immer allgemeineren Prinzipien hinaufstieg, zu der großen, abstrakten Leitidee, nach der die ganze Software eigentlich organisiert werden müsse, dann geriet er in Fahrt und der Vormittag war schnell vorbei.

Zu den Lieblingsthemen gehörte auch die Ineffizienz von öffentlichen Einrichtungen und staatlicher Verwaltung; darüber echauffierte er sich, wie über die allgemeine Trägheit im Lande, ja wenn alles nach dem Wettbewerb der freien Wirtschaft arbeite, was für brachliegendes Potential könne dann aktiviert werden, was würde Deutschlands Wirtschaft dann abzischen.

Und er lebte dies als Vorbild. Selbstzerstörerisch schon fast. Abends fuhr er kurz zu seiner Familie nur um dann wieder in die Firma zurückzukehren und bis in die Nacht weiter zu werkeln. Als ich noch frisch von der Uni in diese Firma plumpste, da fing auf der anderen Seite des Globus ein Projekt ein wenig Feuer. Und ich war Zeuge wie er, beinahe physisch wie immer, das in sich hineinzog, und wie er mit Grippe und Bindehautentzündung trotzdem durch die Firma turnte und erst vom Arzt kalt gestellt werden musste.

II
(Fortsetzung folgt)