Go in Filmen

von phorkyas

Zum Go zog mich das Visuelle. Als Kind habe ich einmal so ein Go-Spiel bei einem künftigen buddhistischen Mönch gesehen – und ein bisschen von der damals empfundenen Aura hat das Spiel für mich auch immer noch.

Nur neunzehn sich schneidende Linien auf einem Holzbrett, schwarze und weiße Steine; diese Reduziertheit und Abstraktheit, eignet sich fürs Visuelle, für den Film.

In einer Serie wurde allerdings leider ein unansprechendes Klappbrett und Glasschalen für die Steine verwendet:

Natürlich darf dann auch nicht der Hinweis fehlen auf die tiefe, jahrtausendalte Tradition des Spiels. In Tron geschieht das auf besonders alberne Weise, wenn gleich im Anschluss noch die Ruhmeshalle europäischer Geistesgeschichte abgegangen werden muss, mit Pappmaché-Bücherrücken, die bestimmt keine Hand je herausgenommen hatte.(*)

Am bekanntesten ist vielleicht jedoch die Verwendung in „A beautiful mind“:

(Wobei es jedoch auch gelingt in den kurzen Ausschnitten mehrere Fehler oder Unstimmigkeiten zu produzieren – eine andere Szene wurde zum Glück herausgeschnitten)

Einen anderen Film über einen Mathematiker möchte ich dem geneigten Leser jedoch empfehlen: Pi.

Nicht nur hat der Regisseur sich dort die Mühe gemacht sich vernüfntig über das Spiel zu informieren, so dass es dort inhaltlich nichts zu beanstanden gibt, sondern ist das auch insgesamt nicht der alltägliche Hollywood-Schrott.

(*) Überhaupt ist es doch recht amüsant, wie oft und vehement gerade in Hollywood das Buch bildungsfetischistisch bemüht wird.