Portrait eines Abwesenden

von phorkyas

Der Mensch sei das einzige Wesen, das sich selbst zum Objekt seiner Anschauung machen kann. Überhaupt ist es vielleicht diese Objektsicht selbst schon, die uns von unseren Tiergenossen unterscheidet, die nicht eine solche schizophrene Trennung durch sich selbst ziehen, um von außerhalb ihrer selbst auf sich selbst blicken zu wollen, sondern immer sie selbst, immer das eine subjektive Guckloch auf die Außenwelt sind und so immer aufgehoben im umspannenden, allumfassenden Lebenskreis. Uns aber genügt das nicht. Unsere spekualtive Vernunft möchte sich selber schauen, aufschwingen zu den Planeten und Sternen, das Erdreich sich untertan machen. Nicht nur das Physische kategorisieren, verstehen und beherrschen bis in die kleinsten Einzelteile, auch das Mental-Geistige gehört mathematisch modelliert, datensatzweise gespreichert bis keine Lücke mehr in der erfassten Totalität klafft.

Ist es so? Und ist die erneute Bekräftigung des Subjektiven, des Ästhetischen wirklich das Heilmittel? Oder eine Flucht ins Abseitige, Private, Spirituelle, Vergangene?

Und vielleicht ist es ja wirklich so: was wir bei Verobjektivierung eskamotieren, sind wir selbst. Wir sind die Abwesenden in der Warenwelt. Zu den ästhetischen Waffen, Brüder!


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