Warum ich nicht schreibe

von phorkyas

Ich les gerade noch mal Deinen Eintrag, Phorky,
und finde ihn eigentlich makellos, sensationell! So sollen Einträge sein.
Und dann haust Du aber so ein Edit hinterher, das wieder alles einfriedet,
zurückholt, der Gemeinde schmackhaft macht.
El Blogo

Das sagte mir dann auch meine Sonne, sei der Grund warum sie keinen Bock habe meine Einträge hier zu lesen: Immer würde ich mir sie da am Ende versemmeln, sabotieren, einschränken, als hätte ich Angst vor dem zuvor gesagten, so dass ich es wieder relativieren und rückholen muss. Durchaus möglich: Dass ich mein Gehemmtsein und Verstockung auch in meinen Texten abbilde —

Aber es geht ja noch viel weiter mit der Lüge, der ich misstraue. Ich misstraue den Worten selbst. Gerade bei dem Erstellen dieses Post war es so, dass in meinem Kopf eine große, ungefähre Idee war, was der Text ungefähr bringen sollte und dann, als ich die ersten Sätze entließ, liefen sie ganz andere Wege und von dem, was ich ursprünglich im Sinn hatte, war nicht mehr viel übrig. Manchmal ist es vielleicht nur gut für den Text – und so war es hier vielleicht auch, aber das nimmt nicht die Enttäuschung des ersten Augenblicks: Die Worte sind mir nicht zu Diensten. Vielleicht ist es ja oft sogar sehr gut, dass sie auch gegen die Dichter selbst zeugen. Um drauf zu kommen, dass Dichter die größten Lügner sind, dazu braucht man gar nicht Plato unzurufen oder mit Goethe! („Dichtung und nichts als die Wahrheit“) zu telephonieren. Aber was mich angeht: Nicht der Musiker ist schuld, das Instrument die Sprache ist schon krumm. Sie lügt! Und dazu hilft ja auch keine Prädikatenlogik 2. Stufe. Deshalb kann ich nicht schreiben, nicht mit krummem Stift.