Kombinatorisches Chaos

von phorkyas

Martin Müller in seinem Artikel „Computer Go“ von 2002 (meine Übersetzung):

Da einmal gesetzte Go-Steine nicht auf dem Brett bewegt werden, ist es sehr viel einfacher vorauszuschauen und Positionen zu visualisieren mit sehr viel mehr Steinen auf dem Brett als bei Schach und vielen anderen Spielen. Sogar ein Amateurspieler kann in einem komplizierten lokalen Kampf fünfzehn oder zwanzig Züge voraussehen und 50 Züge oder mehr bei einer Leiter.
Wir könnten den Unterschied von Go zu anderen populären Spielen wie Othello, Dame oder Schach wiefolgt beschreiben: Menschen gehen verloren in dem „kombinatorischen Chaos“ des Spiels und übersehen taktische Kombinationen, während Maschinen in der Lage sind ihre überlegene Berechengenauigkeit zu nutzen.
[..] Von Menschen erkannte Muster sind mehr als nur Blöcke von Steinen und leeren Feldern: Spieler können die komplexien Beziehungen zwischen Gruppen von Steinen wahrnehmen und leicht so unscharfe Konzepte wie „leichte“ und „schwere“ Steine erfassen. Diese visuelle Natur des Spiels passt zu der menschlichen Wahrnehmung aber ist nur schwer in einem Programm zu modellieren.

Edit: Jahreszahl korrigiert