And yet he strikes again…

von phorkyas

Kollwitz

Und dieses ausgezehrte Gesicht schon fast wie eine Totenmaske. Dass der nahende Tod, der Kampf so Individualität fast gänzlich tilgt. Wie ich ihn hasse dafür. Schrecklich dieser lippenlose, zahnlose immer offene Mund, nur noch Höhle, das zurückgedrückte Kinn, die kratergroßen Nasenlöcher. Öffnungen durch die der rasselnde Atem treibt. Die ledriggelbe Haut seiner Hände.

Und am meisten erinnere ich mich an die sorgenfreien Sommertage im Freibad. Wo der ganze Tag nur daraus bestand in der Sonne zu liegen, ins Wasser zu gehen, Fußball mit dir zu spielen und eine Fritte zu essen. Einmal beim Fußballspielen trat ich in eine Biene. Und am nachmittag oder abend radelten wir, Körper und Geist völlig entspannt, wieder zurück zu eurem kleinen, schmalen Häuschen, mit der steilen, knarzenden Holztreppe. Eure Himbeersträucher, ich konnte es nicht erwarten, die ersten, süßen Früchte zu finden, die mir auf Zunge zerfielen.

Du warst auch ein knarzender Dickkopf. Gemein manchmal und übellaunig und ich weiß nicht wieviel davon auch mit dem Krieg zusammenhängt. Als Junge noch warst du in russischer Kriegsgefangenschaft, von der du nie erzählt hast, wo du das Schachspiel gelernt hattest.

Grüße uns von oben.