Der Kampf um die Worte

von phorkyas

Gestern stieß mich metepsilonema erneut darauf, welch widersinniger Kampf um Worte bei den Auseinandersetzungen um den Naturalismus da geführt werden. Bei dem Text, den ich in einem früheren Artikel verlinkt hatte, ging es um die Formulierung: ein Naturalist sei überzeugt, dass alles mit rechten Dingen zu gehe. Gemeint ist wohl, wie metepsilonema unter dem Text bemerkt, dass es keine Wunder, keinen Eingriff übernatürlicher Wesen von außen gebe. Alles ist naturhaftes Erscheinen. Damit schippert diese Aussage aber auch schon haarscharf an der Tautologie. Angenommen es gäbe bewiesenermaßen übernatürliche Wesen, so bräuchte ich diese nur wieder in „Natur“ zu inkorporieren und bräuchte nichts zu ändern. Oder anders: wie definiere ich überhaupt „naturhaft“ (sieht sehr nach der Kant’schen „Welt“ aus: die Summe aller empirisch zugänglichen Erscheinungen)? Was ist denn überhaupt außerhalb von „Natur“ (oder „Welt“)?

Aber schon wieder fange ich mit den Diskussionen an, dabei wollte ich nur kommentieren, wie merkwürdig ich das finde: Hat die Philosophie denn nicht schon ihren linguistic turn hinter sich, wie kann denn dann noch so über einzelne Worte gestritten werden? Jetzt könnte ich wie tom-ate fragen: „Ist das das Ende der Philosophie?“ oder vielmehr ihr Anfang! Wittgenstein, der sie als Sprachverwirrung ein für alle entsorgen wollte, müsste wohl eingestehen, dass bei soviel vorhandener Sprachverwirrung sie noch nötig wäre?

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