Kunst und Wissenschaft

von phorkyas


„Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen.“
Theodor W. Adorno

Bevor wir die beiden aufeinander loslassen sollten wir beide Begriffe definieren.

Bei der Kunst ist das einfach. Sie können wir nicht definieren, selbst das Bundesverfassungsgericht kapituliert und lässt einen offenen Kunstbegriff gelten. – Man könnte mir jetzt vorhalten, dass sei recht billig, immerhin gäbe es doch bestimmte Ästhetiken, auch der Literaturtheorien z.B. genüge. Doch ist es gerade diese Vielfalt, die schiere Unmöglichkeit die Ausdrucksmittel zu begrenzen. (Ja, gerade der Versuch die Kunst einzudämmen, ihr eine Ausdrucksweise abzusprechen, würde sie sofort auf den Plan rufen auch diesen Weg noch zu beschreiten.)

Nun, wie ist es mit der Wissenschaft?
Sähe ich mich gezwungen sie zu definieren, so würde ich, noch sehr butterweich sagen, dass eine Wissenschaft sich der systematischen Erforschung eines Gegenstandes (oder Gegenstandsbereichs) widmet. Klingt nicht nach sehr viel, aber implizit setze ich damit schon voraus, dass man einige Einigkeit darüber erlangt hat, was dieser Gegenstand sei und mit welchen Begriffen und Methoden man ihn erfassen kann. Arbeitet man als Wissenschaftler so verschwendet man nicht viele Gedanken an die Begriffe und Methoden, so wenig wie der Fisch über das Wasser nachzudenken hat, in dem er sich bewegt.
Was also sagt die Wissenschaftstheorie über die Methodik? Zweifellos gibt es auch hier ein breites Spektrum: Von verschiedenen Formen des Falsifikationismus, über Kuhnsche Paradigmen hin zum Feyerabendschen Anarchismus, welcher vielleicht für eine ähnliche Freiheit wie in der Kunst spräche.

Die angesprochenen Richtungen unterscheiden sich besonders kritisch in dem Grad an Rationalismus, den sie der Wissenschaft zuerkennen. Vom rationalistischen Falsifikationismus, könnte man bei Kuhn schon dogmatische und teilweise auch irrationale Einsprengsel sehen (er wird schon ein wenig polemisch, wenn er behauptet Wissenschaftler seien oft dogmatischer als Theologen und ein neu aufkommendes Paradigma werde erwählt aufgrund seiner Verheißungskraft), während bei Feyerabend wohl schon alles gleich irrational ist.

Bei Kuhn und Feyerabend flackert da die Flamme von Wissenschaftspolemik, wie man sie vielleicht auch schon bei Goethe gegen Newton findet.. Und auch ich habe mal wieder zugeschlagen – etwas das zu wiederholen mir jetzt zu peinlich ist, aber wann immer diese Brights mir zu sehr auf die Pelle rücken fühle ich mich so „dim“, weil mir ’ne Sicherung rausfliegt. Dabei möchte ich eigentlich nur gegen die Polemik polemisieren.

Warum sind diese Kreuzzügler der Wissenschaft ausgezogen, damit sich die Leute in den Foren jetzt jahrelang die Teekannen und Spaghettimonster um die Ohren hauen? – Vieles was die Naturalisten zu sagen haben, hört sich so vernünftig an, und meinen Quine werde ich auch noch lesen,.. aber müssen mir diese Brights ihre Ideen so sehr durch diese unsägliche Form der Darbringung verleiden? – Und jetzt schon wieder dafür sorgen, dass dieser Text nicht fertig wird, denn eigentlich hätte jetzt doch der Kant kommen sollen.