Leserbriefschreiber

von phorkyas

Nun bin ich also auch unter diese weltverbesserische, nörgleriche, besserwisserische Sorte Mensch gegangen (als ob wir Blogger nicht eh schon da hingehörten). Da ich mir aber nicht vorstellen kann, dass die Süddeutsche ihn tatsächlich abgedruckt hat, stell‘ ich die Polemik mal hier ein.

Betreff: zum Artikel: Der Shaolin-Schwindel (Panorama, 19./20.März, Nr. 65)

Sehr geehrte Damen und Herren,

investigativen Journalismus zu betreiben ist eine ehrbare Sache. Und in
der Sache mag Ihr Artikel ja auch gerechtfertigt sein. Es mag ja auch
angehen, dass man einer festen Aussage oder Tendenz folgt und dass Titel
und zugehöriges Bild schon so sehr klar machen, wo der Hase läuft, dass
der garnierende Text beinahe überflüssig ist. Über eine Kleinigkeit bin
ich jedoch gestolpert. In der dritten Spalte heißt es da: „Strittig ist,
ob auch Schläge als letztes Mittel der Erziehung eingesetzt werden.
Coulombe leugnet das. Die Mutter eines 13-jährigen Jungen [..] weiß
anderes zu berichten.“ Zum Ende dieses Abschnitt jedoch wird, offenbar
von der gleichen Mutter(?), berichtet: „In den Herbstferien holte sie
ihren Sohn zurück nach Berlin. Obwohl er nicht geschlagen worden sei,
sagt sie im Rückblick: [..]“
So schaden Sie doch nur Ihrer eigenen Sache. Sie erwarten doch
hoffentlich nicht, dass Ihre Leser die Artikel mit geschlossenen Augen
lesen.

Mit herzlichem Gruß,
Ihr ***** ******