Blogophistische Untersuchungen

von phorkyas

Ob jemand irritiert war, als ich gestern im Zug ob dieser Sätze laut lachen musste?

Ich hätte gerne ein gutes B[log] hervorgebracht. Es ist nicht so ausgefallen; aber die Zeit ist vorbei, in der es von mir verbessert werden könnte.

Ludwig Wittgenstein, Vorwort zu den „Philosophische Untersuchungen“

Die philosophischen Einsprengsel, die es hier in diesem Blog gab, sind Fragment geblieben, und ich glaube, ich kann nicht einmal die Bloggeritis dafür verantwortlich machen, die alles in fragmentarische Einträge verstümmelte und so größere, zusammenhängende Gedankengänge schon von vornherein ausschlösse (wenn ich wöllte, könnte ich ja auch wahre Textmonster hier hineinstellen). Doch so konnte ich auch mit anderen Bemerkungen in Wittgensteins Vorwort mich gut identifizieren:

Nach manchen mißglückten Versuchen, meine Ergebnisse zu einem solchen Ganzen zusammenzuschweißen, sah ich ein, daß mir dies nie gelingen würde. Daß das Beste, was ich schreiben konnte, immer nur philosophische Bemerkungen bleiben wüden; daß meine Gedanken bald erlahmten wenn ich versuchte, sie gegen ihre natürliche Neigung, in einer Richtung, weiterzuzwingen.

Nun sollte so ein bescheidener Denker wie ich, sich nicht mit Herrn Wittgenstein vergleichen (ich hoffe nur, so denn es eintrete, ein besserer oder verständnisvollerer Lehrer zu werden), wenn dieser so bescheiden von sich sagt:

Eine Unzahl waren verzeichnet, oder uncharakteristisch, mit allen Mängeln eines schwachen Zeichners behaftet. Und wenn man diese ausschied, blieb eine Anzahl halbwegster übrig, die nun so angeordnet, oftmals beschnitten, werden mußten, daß sie dem Betrachter ein Bild der Landschaft geben konnten. – So ist dieses B[log] eigentlich nur ein Album.

– Ich wünschte, ich könnte zumindest jenes für mich oder dieses Blog beanspruchen, aber ich habe nicht einmal einen Gegenstand ausgemacht, den zu skizzieren ich vorgenommen haben könnte.

Vielleicht verschaffte mir ja Linderung Gorgias‘ Beweis, dass:

1. nichts existiert
2. selbst wenn etwas existierte, es nicht erkennbar wäre
3. selbst wenn etwas erkennbar wäre, es nicht mitgeteilt werden könnte.

Denn dann wäre es ja ohnehin müßig überhaupt etwas in dieses Zeichenblog hineinzukritzeln.

Advertisements