Die Befremdenden

von phorkyas

Befremdlich mit was für Mitbürgern ich hier anscheinend lebe, wirft man nur einen Blick in die Studie „Die Mitte in der Krise“. Von solchen Leuten würde ich mich gern entfremden, von denen rund ein Drittel überzeugt ist: „Die Ausländer kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen.“ Und ein in etwa gleichgroßer Anteil der Bevölkerung bekundet, „die Bundesrepublik [sei]
durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet“. Fremd sollen mir solche Ansichten immer bleiben. Auch wenn ich einsehe, dass es wohl in jedem Land einen Bodensatz an fremdenfeindlichen Vollpfosten
gibt, und ich auch durchaus die Angst oder Beklemmung vor fremden Parallelgesellschaften nachvollziehen kann, alles geschenkt, aber da… bleiben mir einfach die Worte aus. Man könnte es in Fremdworte verdünnen; dass man ja immer mit der latenten Xenophobie der stomen Majorität rechnen müsse, aber normalerweise werde ich ja nicht so vehement darauf gestoßen, wie durch diese unsägliche, ewigdauernde „Debatte“. Mir graut es vor dieser schweigenden Mehrheit, die nun, wie fremdgesteuert, durch alle Sprachrohre trompetet, dass es schon scheint, Politically Incorrect Leute, Sprüche und Gedankengut verseuche und verstopfe alle Kanäle (aber dabei sind sie natürlich immer noch schrecklich unterdrückt). Und was da an brauner Sauce aus dem gesunden Volkskörper durch die Abflussrohre sifft, das wird man wohl noch sagen dürfen, stinkt so ekelerregend, dass es nicht mehr nützt sich angewidert abzuwenden, den Geruch wird man so schnell nicht wieder los:
Fremd muss er bleiben, muss, muss.