Selbstgespräche

von phorkyas

Zu Jugendzeiten hatte ich mal eine Brieffreund, der mir geschrieben hatte, weil er so verblüfft darüber gewesen war, dass ich denselben Namen hatte. Irgendwo war eine Zeichnung von mir abgedruckt gewesen. Ich weiß noch, dass ich nicht so sehr über die Namensgleichheit verwundert war, sondern darüber dass bei uns die Zeichung im Heft noch gar nicht abgedruckt war. In der Tat ist meine Name so gewöhnlich, dass allein an dieser Hochschule schon mindestens drei Leute dieses Namens studieren oder arbeiten. Dies führt dann zu e-mails in meinem Postfach, die offensichtlich für einen der Namensvetter bestimmt waren (immerhin, das kann ich mir dann einbilden, bin ich gewissermaßen auch der „echte“, da ich keine Zweitvornamen trage und meine e-mail-Adresse auch keine Ziffer hinter dem Namen verpasst bekam, was aber offensichtlich auch zu dieser ganzen Post führt). Dort werde ich dann aufgefordert Leistungsnachweise nachzureichen von Fächern, die ich nicht studiere o.ä. Mein derzeitiger Favorit sind aber hochschulinterne Telefonate, bei denen ich mich melde:
„Ja, hallo, hier XYZ.“
„Ja, hier auch. – Ich wollte nur fragen, ob die Lieferung schon angekommen ist [die eigentlich für mich bestimmt war].“
„Nein, tut mir leid, hier ist nichts angekommen.“
usw. usf.