Dialog?

von phorkyas

Letztlich stolperte ich über diesen Satz:

In ihrer Prosa gelingt es der mit allen Wassern des Poststrukturalismus gewaschenen Slawistin auf erstaunliche Weise, das demontierte Subjekt an seinem Nicht-Ort aufzusuchen und in paradoxer Widerlegung – nicht gegen die Theorie, aber doch ihr zum Trotz – als leidendes und Mitleid verdienendes Wesen dingfest zu machen.

Daniela Strigl

Und ich dachte nur, dass es solche Sätze seien, die mir die Literaturkritik vergällen und dann fiel mir eine Polemik ein, die mich ähnlich verdrießlich stimmte, weil sie mir allzubillige Punkte sammelt:

[..] ein Zauberwort, das immer zieht: „Theorie“. Merkwürdigerweise wählt man den Singular, obwohl die Sache einem Kessel Buntes ähnelt: Marx muss dabei sein (Engels empfiehlt sich weniger: zu konkret!), eine Prise Feminismus, auch eine Art Psychoanalyse mit Postkolonialismus – und schließlich sollte bei dem Unternehmen am Ende herauskommen, dass der Gegenstand, der zu behandeln war, eine „soziale Konstruktion“ ist.

Lorenz Jäger

Nun ist es vielleicht gerade einer der großen Vorzüge der FAZ, dass hier so unterschiedliche Stimmen zu hören sind (ja, die Zeit schafft auch Raum für Debatten, gegensätzliche Positionen), aber es ist doch schade, dass sie nicht miteinander reden. Wahrscheinlich redeten sie auch nur aneinander vorbei, aber einen Versuch wäre es doch Wert gewesen?

Wie schon früher festgestellt: Ein Diskurs findet nicht statt. Nirgends.
Gerade auch nicht in der Blogosphäre. – Aber was sollte man die Antimodernisten, Postfeministen, Post-Prä-Anti-etc. auch wieder aufeinander einprügeln lassen? Kommt ja doch nix bei rum. Noch weniger als bei den Naturalisten. Nur ordentlich Schaum vorm Mund. Und gib ihnen Saures.