Naturalismus (2)

von phorkyas

Während ich bei Populärwissenschaft noch zu Schusswaffen greifen wollte (ja, schön so ein faschistisches Zitat, gell?), so wünsche ich mir bei Brights und Konsorten die Selbstentsicherung der Philosophie – Schieß doch Sloterdijk! – Ja, auch den würde ich noch in die Mannschaft nehmen, ist er doch immer gut für ein Skandälchen und unqualifizierte Grätschen vor der Strafraumgrenze (auch mal gerne den Journalisten eins auf Maul, das hab‘ ich gern, sind die doch noch dünnhäutiger als unser Ex-Presidente).

Aber machen wir uns nichts vor: Dieses martialische Getrommle es zeigt doch auch schon: Die Jungs stehen mit dem Rücken zur Wand und deshalb wedeln sie ja auch schon so lange mit der weißen Fahne; Hey, wenn ihr schon die Welt vernichten könnt, dann lasst uns wenigstens auch Wissenschaft sein. So ließe sich der Naturalismus eben auch lesen; als feige Selbstauslieferung, Selbstverrat. Und das ausgerechnet jetzt? Wo die Wissenschaft sich aufschwingt zur einzigen Art der Welterklärung. Aber auf dieser Seite des Feldes auch: Was für ein Erfolg, was ein sich immer weiter aufschwingender, exponentiell-explodierender Fortschritt! – Und dabei herrscht soviel Dunkelheit, über die eigenen Methoden, Paradigmen von mir aus… Ja, kleide den Himmel in Grau? Mir graut’s vor solchen grauen Herren – mit denen werd‘ ich mir noch, wissenschaftlich, meine Klickzahl optimieren, meinen Genpool rasieren. Wenn die Renaissance-Humanisten das Mittelalter so verdunkeln durften, rückständig-religiös, katholische Kirche und so, dann darf ich das doch auch, verdammt noch mal, mit unsrer hellsichtigen Zeit. – Dann nehme ich mir doch lieber meine kleine Privatsonne mit dem hellen Lachen und lass es bei euch schön finster.

[Argh… Fußballmetapher. Das war keine gute Zeit, dies hier reinzuhacken.]

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