Kitsch

von phorkyas

Der Kitsch müsste wieder salonfähig werden, forderten da ein paar Leute.

„Wieviele Erdbeereise muß der Mensch noch essen
Bevor er endlich einmal sagt: Ich bin dafür“

Darüber wie wahr und gut dieses Zitat sei, sollte ich einen Eintrag verfassen. Nun mag ich Erbeereis nicht besonders und dieses Dafürsein – ist es nur ein Gegen gegen das dauernde Dagegensein? Es dünkt mich fast zu deutsch gegen das ewige Nörgler und Alles-Schlecht-Finder-Tum zu nörgeln…

„there’s definitely no logic
to human behaviour
but yet so irresistible“

Warum aber die Überschrift? – Noch weiß ich es selbst nicht, eigentlich bezieht diese sich mehr auf Aldous Huxleys „Eiland“. Denn da hadere ich noch ein bisschen mit dem Kitsch (und auch ein bisschen mit der Übersetzung, die mir etwas merkwürdig vorkommt). Gerade dann, wenn Menschen versuchen, die Essenz ihrer Überzeugungen auszudrücken, den Kern, das Wesen, das Gute, das sie bejahen möchten, gerade dann kommt Kitsch heraus. – Eine Südseeinsel mit glücklichen Menschen,.. bis die Gifte und Segnungen der Zivilsation schließlich doch eindringen.

„Gib uns heute unser tägliches Vertrauen, lieber Gott, doch erlöse uns von Glauben.“
„Jedem, der beredsam wird, sobald es um Buddha oder Gott oder Christus geht, sollte der Mund mit Karbolseife gespült werden.“

Man soll sein Erdbeereis doch bitte nicht in der Öffentlichkeit essen. Das ist unästhetisch, nachher „hängt [das] bedenklich schräg nach vorn in seiner Waffel und tropft sich selbstverschwendend auf die Haute Couture“.

Wenn ich etwas gut finde, wie stark darf es dann sein; mein Dafür? Und wer macht nacher meine Hose sauber, wenn der ganze Bildungskitsch heruntersifft? Gehen die Flecken jemals raus? Und was ist dann schlimmer: verseucht und kanonsiert zu sein oder vom Nicht-mehr-gut-finden-können befallen zu sein?