Überdruß

von phorkyas

Es mag mittlerweile schon ein Tick sein, dass ein Thema schon vorsorglich anfängt mich zu nerven, bevor es überhaupt schon längere Zeit im öffentlichen Bewusstsein steht. Weinn ein Flugzeug in ein Hochhaus fliegt, dann kann man sicher sein, die unwirklichen Bilder so oft um die Ohren geschlagen zu bekommen, dass sie sich schließlich so abgenutzt haben, dass man sich mit ihnen nicht mehr befassen muss. Vielleicht ist dies der tatsächliche Sinn der täglichen Schreckensnachrichten: dass wir uns so zukippen bis unser Mitfühlen, Mitleid gänzlich abgestumpft ist.

Ausschalten. Dieser fromme Wunsch.

Und schließlich werde ich auch des Überdrusses überdrüssig. Wie leidig doch diese Print vs. WWW-Diskussion ist und wie leidig sich darüber zu beklagen und wie leidig das Beklagen zu beklagen usw. Und wenn es ganz schlimm kommt, dann reißt es uns wieder hinab in den Strudel unablässiger Diskussion, dann kehren die bissigen Bemerkungen zurück, das fruchtlose Wiederkäuen der Argumente…

Ach:

Gar nichts mag ich. Ich mag nicht reiten, das ist eine zu starke Bewegung; ich mag nicht gehen, das ist zu anstrengend; ich mag mich nicht hinlegen, denn entweder müßte ich liegenbleiben, und das mag ich nicht, oder ich müßte wieder aufstehen, und das mag ich auch nicht. Summa summarum: gar nichts mag ich.
Søren Kierkegaard (Entweder/Oder, Diapsalmata)

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