Wider den Zeitgeist?

von phorkyas

Dies ist ein Selbstversuch. Oft beim Schreiben von Kommentaren, bei erhitzten Diskussionen gerate ich sprachlich oder innerlich so in Rage, dass es Hirn und Feder wirksam verstopft. Deshalb wollte ich nun versuchen einen entspannten Artikel zu schreiben; so gelassen, die Luft herausgelassen, der Überspanntheit und Gereiztheit abhold, dass es beinahe wieder möglich wäre nachzudenken.

Und schon ist es wieder so weit. Nur ohne Ironie oder spitze Bemerkungen? Da möchte ich lieber gar nicht schreiben. Wie sollte man auch ohne Häme oder Spott über Qualitätsmedien und Blogger schreiben? Oder eher schon in Verdruss darüber, wie dieses Thema rauf und runter gekaut wird, bis selbst eine Kuh diesen Brei angewidert nicht mehr wiederkäuen würde. – Und schon wieder.

Habe ich denn schon soviel Zeitgeist aufgesogen, dass in Aufgeregtheit und Aufplusterung ich sofort mich ergehe? Und wie bekomme ich jetzt die Kurve, um noch über die infamous Zeitgeist-Filme zu sprechen?

Nun jedoch scheint es als hätte ich den Ausweg gefunden, wie ich diesen Artikel doch noch beenden kann: Wie üblich mit ein paar unscharfen Sticheleien. So könnte ich bemerken, dass ironischerweise in dem öffentlichen Erfolg dieser verschwörungstheoretischen Machwerke unser unaufgeklärter Zeitgeist sich spiegelt, der alles glaubt oder diskutiert, dass Wissenschaftlichkeit vorspielt oder „Fakten“ präsentiert. Daran anschließen würde ich dann, dass diese erste Aussage aber schon fehlleitet, da sie sich auf die Seite der Kritiker schlägt, während es doch darum ging, einmal keine Partei zu ergreifen, weil dieses ganze sinnlose Gestreite nervt. Und diese Sackgasse ignorierend könnte als letztes noch die Bemerkung fallen, dass diese Filme bei dem Versuch, die vorherrschende Meinung zu unterwandern, ihr im Gegenteil sogar noch hinterherlaufen, indem sie in ihrer Utopie unseren gemeinen Fortschritts- und Wissenschaftsglauben auf so vortreffliche Weise überzeichnen.

Schiffbruch auf allen Seiten. Gelänge er doch nur einmal so, dass er uns nicht genauso ratlos entließe, wie zuvor.