Lafcadios Go-Ecke

Februar 1, 2011

Eigenwillige Pferde

Einsortiert unter: Vyssocki — phorkyas @ 10:27 nachmittags

und ich waren wieder fleißig.

Wieder ein sehr bekanntes Lied – und unsere Übersetzung:

Eigenwillige Pferde

Den Grat entlang, am Rand, den Abgrund nebenan,
mit den Riemen peitsche ich die Pferde, treib’ sie an.
Schlucke zähen Nebel, trink’ den Wind mühsam,
ich verlöschekrepier’, krepier’, freudiger Tod naht heran.

Etwas langsamer, langsamer ihr Pferde,
hört nicht auf die harte Gerte.
Eigensinnige Pferde sind mir gegeben,
werde nicht zu Ende singen, zu Ende leben.

Ich werde die Pferde tränken, singe bis zur letzten Zeile,
ein bisschen noch, dass am Abgrund ich verweile.

Ich verschwinde, wie Blätter im Sturm hinweggefegt
und der Schlitten im Galopp über den Schnee prescht.
Meine Pferde, wechselt doch ins Trab,
ein wenig verlängert mir den Weg zur letzten Statt.

Etwas langsamer, langsamer ihr Pferde,
hört nicht auf die harte Gerte,
eigensinnige Pferde sind mir gegeben,
werde nicht zu Ende singen, zu Ende leben.

Ich werde die Pferde tränken, singe bis zur letzten Zeile,
ein bisschen noch, dass am Abgrund ich verweile.

Pünktlich sind wir doch bei Gott zu Gast.
Warum nur ist der Engelsang so feindlich mir?
Oder hat das schluchzende Glöckchen keine Stimme mehr?
Oder schrei’ nur ich, dass der Pferdeschlitten zu sehr rast?

Etwas langsamer, langsamer ihr Pferde,
hört nicht auf die harte Gerte,
eigensinnige Pferde sind mir gegeben,
werde nicht zu Ende singen, zu Ende leben.

Ich werde die Pferde tränken, singe bis zur letzten Zeile,
ein bisschen noch, dass am Abgrund ich verweile.

Dezember 16, 2010

Rettet unsere Seelen

Einsortiert unter: Vyssocki — phorkyas @ 9:03 nachmittags

Wir gehen auf Tauchgang
in neutralem Gewässer.
Das ganze Jahr lang
wird’s Scheißwetter nicht besser.
Die Sirenen klagen
heulend unsre Schande,
wenn sie uns fanden.

Rettet unsre Seelen!
Wir reden irr vor Atemnot.
Rettet unsre Seelen!
Eilt uns herbei!
Von Land müsst uns entdecken
Unser SOS ist bald stumm und tot
Die Seele schneidet der Schrecken
entzwei.

Und die Adern platzen.
Nur aufwärts ist kein Tod!
Da ist Backbord,
Dort ist Steuerbord
Nur nach vorn, dort,
wegzukommen, fort,
hindert der gehörnte Tod!

Rettet unsre Seelen!
Wir reden irr vor Atemnot.
Rettet unsre Seelen!
Eilt uns herbei!
Von Land müsst uns entdecken
Unser SOS ist bald stumm und tot
Die Seele schneidet der Schrecken
entzwei.

Aber hier sind wir allein,
das ist doch uns’re Welt.
Wir müssen doch irre sein,
aufzutauchen zwischen Minen.
„Ach, nur keine Hysterie!
Wir stoßen an Land“,
so der Käpt’n.

Rettet unsre Seelen!
Wir reden irr vor Atemnot.
Rettet unsre Seelen!
Eilt uns herbei!
Von Land müsst uns entdecken
Unser SOS ist bald stumm und tot
Die Seele schneidet der Schrecken
entzwei.

Solange noch Licht ist,
unser Weg nicht festgeschrieben
ist uns kein Stift geblieben.
Wir habe nichts.

Rettet uns’re Seelen!
Wir reden irr vor Atemnot.
Rettet unsre Seelen!
Eilt uns herbei!
Von Land müsst uns entdecken
Unser SOS ist bald stumm und tot
Die Seele schneidet der Schrecken
entzwei.

Nun sind wir oben angekommen.
Kein Ausgang hier!
Hier mitten in den Werfen,
die Nerven sind zum bersten.
Das Ende aller Nöte,
aller Abend- und Morgenröte.
Wir sprinten zu den Stegen,
lassen Torpedos links liegen.

Rettet unsre Seelen!
Rettet unsre Seelen!

(nach einem Lied von Vladimir Vysocky – vermutlich noch zu bearbeiten)

Dezember 12, 2010

Wolfsjagd

Einsortiert unter: Gedichte, Vyssocki — phorkyas @ 2:42 nachmittags

Manchmal klingt er wie ein russischer Tom Waits – doch wäre für diesen der Vergleich wohl noch schmeichelhaft, beachtet man den Status, den Wissotzki dort innehat, wo man ihn kennt (eigentlich steht der Vergleich ja auch nur hier, um mal wieder eine Antonomasie zu bemühen).
Wir ( und ich) haben uns dennoch daran versucht ein Lied von ihm zu übertragen und nachzudichten:

Vladimir Vysockij – Wolfsjagd

Ich renne mit aller Kraft, gebe alles,
doch ist’s gestern wie heute,
es umzingeln die Jägerleute
und treiben mich in die Falle.
Als hinter Tannen Doppelläufer sich regen
und Jäger in den Schatten schleichen,
die Wölfe arglos in den Schnee sich legen,
werden zum lebenden Ziel sie gereichen.

Die Jagd wird nie müde, nie müde.
Auf die grauen Räuber – Welpe und Rüde.
Gellende Treiberschreie, bis zum Kotzen kläffende Köter,
das Blut im Schnee, der Abschussfahne fleckende Röte.

Ein ungleiches Spiel treiben die Jäger,
ihre Hand wird nicht zögern,
ihre Fähnchen umzäunen die Freiheit,
sie schlagen trefflich, mit Sicherheit.
Der Wolf bricht keine Tradition;
scheinbar in der Kindheit schon
durch Muttermilch saugten wir Welpen ein:
man darf nicht hinter der Fahne sein.

Die Jagd wird nie müde, nie müde.
Auf die grauen Räuber – Welpe und Rüde.
Gellende Treiberschreie, bis zum Kotzen kläffende Köter,
das Blut im Schnee, der Abschussfahne fleckende Röte.

Schnell sind unsre Läufe und Gebiss,
warum nur, Leitwolf, antworte simpel
rennen wir auf der Hatz in den Schuss
und treten nicht hinter die Wimpel?
Der Wolf soll nicht anders können!
So läuft die Zeit, gleich ist nicht mehr.
Der Jäger, dem sie mich gönnen,
lächelte und hob das Gewehr.

Die Jagd wird nie müde, nie müde.
Auf die grauen Räuber – Welpe und Rüde.
Gellende Treiberschreie, bis zum Kotzen kläffende Köter,
das Blut im Schnee, der Abschussfahne fleckende Röte.

Ich habe mich frech verweigert,
hinter Fahnen den Durst nach Leben gesteigert,
nun hör’ ich von dort mit Freude
die verwunderten Schreie der Leute.
Ich renne aus aller Kraft, gebe alles,
doch gestern ist’s nicht wie heute:
es umzingeln die Jägersleute
doch bleibt leer ihre Falle!

Die Jagd wird nie müde, nie müde.
Auf die grauen Räuber – Welpe und Rüde.
Gellende Treiberschreie, bis zum Kotzen kläffende Köter,
das Blut im Schnee, der Abschussfahne fleckende Röte.

Das Original zum Anhören oder Lesen:

Владимир Высоцкий – Охота на волков

Рвусь из сил, и из всех сухожилий,
Но сегодня опять, как вчера,
Обложили меня, обложили,
Гонят весело на номера.
Из-за ели хлопочут двустволки,
Там охотники прячутся в тень.
На снегу кувыркаются волки,
Превратившись в живую мишень.

Идет охота на волков, идет охота.
На серых хищников – матерых и щенков.
Кричат загонщики, и лают псы до рвоты,
Кровь на снегу и пятна красные флажков.

Не на равных играют с волками
Егеря. Но не дрогнет рука!
Оградив нам свободу флажками,
Бьют уверенно, наверняка!
Волк не может нарушить традиций.
Видно, в детстве, слепые щенки,
Мы, волчата, сосали волчицу
И всосали: нельзя за флажки!

Идет охота на волков, идет охота.
На серых хищников – матерых и щенков.
Кричат загонщики, и лают псы до рвоты,
Кровь на снегу и пятна красные флажков.

Наши ноги и челюсти быстры.
Почему же, вожак, дай ответ,
Мы затравленно рвемся на выстрел
И не пробуем через запрет?
Волк не должен, не может иначе!
Вот кончается время мое:
Тот, которому я предназначен,
Улыбнулся и поднял ружье.

Идет охота на волков, идет охота.
На серых хищников – матерых и щенков.
Кричат загонщики, и лают псы до рвоты,
Кровь на снегу и пятна красные флажков

Но а я из повиновения вышел,
За флажки: жажда жизни сильней,
Только сзади я с радостью слышал
Изумленные крики людей.
Рвусь из сил, из всех сухожилий,
Но сегодня не так, как вчера.
Обложили меня, обложили,
Но остались ни с чем егеря!

Идет охота на волков, идет охота.
На серых хищников – матерых и щенков.
Кричат загонщики, и лают псы до рвоты,
Кровь на снегу и пятна красные флажков

(vlg. z.B. http://ru.dainutekstai.lt/r478.htm)

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