Lafcadios Loch

Go-Steine und nicht viel mehr

Kategorie: Taschenphilosoph

Dystopische Trunkenheit

Was dieser Schirrmacher nur wieder schreibt. Es kommt ja vor, dass ich die geschlagenen Wortschäume so eines Feuilletontextes etwas schwindlig verlasse. Ein tieferer Zusammenhang, ein übergreifendes Prinzip schien fast greifbar, aber dann sind es doch nur Wortwolken, die mir die Sinne vernebeln.

Bei Schirrmacher ist es mittlerweile doch schon.. Kopfschütteln und Belustigung. Kann er das noch ernst meinen? Wie er da anstürmt als einsamer Ritter von der tristen Gestalt gegen den Giganten Google anzugeifern? Ist sie echt, die Rage, in die er sich redet und in der er alles so schön trennt in gut und böse: die Maschinen, Wall Street, Algorithmen, soziale Physik, Spieltheorie sie sind es, die uns zu gefühllosen Monstern machen. Die positive Gegenseite kann man höchstens schemenhaft erahnen, da wird wohl Kunst sein und Literatur – das organische Menschsein.

Also guter alter Diskursbrei, in dem man ordentlich herumrühren könnte; von Goethe vs. Newton über Hoffmanns Olimpia zu Terminator, Matrix und philosophischen Zombies – aber stattdessen uns dann so eine dünne Suppe aufzutischen? Mit den üblichen schiefen Metaphern, aberwitzigen Aufzählungen, die verquicken, was offenbar nicht zusammenpasst. Da sind dann Apps Arbeitsbienen, die bisher unbekannte Märkte formalisieren oder Wall Street, Google, Apple oder Facebook sind die Geld(druck?)maschinen des 21. Jahrhunderts. Aber nichts ist böser als die im Dunkeln lungernde Datenkrake, die davon träume, die Kräfte des Sozialen auf einen Microchip zu verlöten. Überall raunt und wispert es da von den fies-sinistren Plänen, von digitalen Sozialexperimenten mit denen Google schon an dem Screening von Emotionen und der Semantik von Gefühlen arbeite – Dinge, von denen Google sehr viel wisse (z.B. das Blau sich als Schriftfarbe für einen Link sich am besten eigne – oha, die Weltherrschaft ist zum Greifen nahe). Und überall findet er noch einen Nagel für ein schiefes Bild mit seinem semantischen Kubismus, wenn er zum Beispiel von einer Wall-Street-Ökonomie des Intimsten munkelt, einer Ökonomie von der niemand so profitiere wie Google oder Facebook. Und kein Wort darüber, dass diese böse Kommerzialisierung, das florierende Geschäft das Netz erst zu dem gemacht hat, was es nun ist. Nicht dass diese Omnipräsenz, unsere Abhängigkeit davon nicht schon oft bedenkliche Formen annehme, aber den rhetorischen Hexenhammer, der da ausgepackt wird, ist doch etwas zu grob, um die sublimen Fließgewichte in den Blick zu bekommen, mit denen eine Technologie sich mit einem Male zu einer führenden, den Globus erfassenden aufschwingt. – Fließrichtungen, die alles mitreißen und sich auch nicht rückgängig machen lassen, weil wo einmal ein Flußbett gegraben, wo einmal ein Damm gebrochen… (Wie Google nun schon so lange vorne mit am Umschlagspunkt der Welle surft, zeigt wie gut sie in diesen ungewissen Gewässern balancieren – und bilanzieren. Das nötigt auch Schrirmacher Respekt und Achtung ab, aber ins negative gewendet. Mir ginge es nicht so sehr um eine Wertung; ich hoffte nur auf jemanden, der analytisch mal auf dieses Niveau käme.)

Und das ist doch das Schlimme am schirrmacherschen Traktat, dass man danach, weil die Untergangsprophetie so albern scheint, die Angst vor diesen “Monstern” verliert. Zum Artikel ist dazu auch ein passendes Bild hinterlegt, das Eric Schmidt mit Psy beim Gangnam Style zeigt. Wenn hier also dieser mächtige Mann so einen Quatsch mitmachen muss, zeigt das nicht auch die Macht unseres kollektiven Harlem-Shake-Mindersinns – ob der nun in Videoportalen oder in Zeitungsfeuilletons abgefeiert wird? Dafür braucht man dann keine soziale Physik oder algorithmische Modelle zur Semantik des Lebens, denn über den Sinn oder Unsinn entscheiden immer noch wir Menschen, ob wir nun einen Computer benutzen oder einen Bleistift, um unsere Hirnpampe irgendwohin zu pappen und andere Leute damit zu traktieren.

Lüge

Kunst ist die Lüge. Die Lüge, dass wir ausbrechen könnten, Freiheit, neue Möglichkeiten ergreifen könnten, dass ein Mehr, eine Schönheit hindurchscheinen könnte durch unser prosaisches Alltagswerkeln. Wir als Zuschauer lügen es ins Werk als ertrügen wir nicht, dass unser Leben nur ist was ist. Für kurze Dauer schaffen wir diese Gegenraumzeit, einen Aufenthaltsort für Irre.

Edit: Leider habe ich versucht verkürzt, metepsilonematisch zu schreiben und dabei, die Aussage, die ich im Sinn hatte, wohl um Kilometer verfehlt: Ich dachte ursprünglich an Filme. “Into the wild” ist für mich so ein Paradebeispiel. Da bin ich nachher im Kino aufgestanden und habe nur gedacht: Was ist das eine perfide Lüge! Ist ja schön das Aussteigertum so zu glorifizieren, das geschieht ja auch ernsthaft, mit Leidenschaft, aber mit den schlimmsten Folgen, dass es nämlich die Leute davon befreit wirklich auszusteigen oder von ihrer Freiheit Gebrauch zu machen. Ein fast ähnlicher Ablasshandel wie Kirchenpredigten: Da wird ja durchaus auch Kritik geübt und der scheinheiligen Gemeinde die Leviten gelesen, aber das geht über sie hinweg wie warmer Sommerregen und stattdessen bleibt sogar ein wohliges Gefühl: Wir Gläubige, sind ja sogar besser als der Rest, wir setzen uns ja mit solch ethischen Fragen auseinander, wir sind uns unserer Verlogenheit oder der der Welt noch bewusst. – Hauptsache diese Erkenntnis bleibt folgenlos.
So ähnlich ist es doch auch im Kinosessel mit den anspruchsvolleren Werken aus der Traumfabrik: Die Werke bleiben Sedativum, Surrogat.

Ich hoffe, das macht etwas klarer, was ich hatte sagen wollen.

@Bollmann: Natürlich ist das negativ. Das ist in diesem Blog ja auch fast schon das höchste Lob, aber lies es ruhig auch in die andere Richtung: Wenn ich behaupte das Kunst oder unsere Kunstrezeption fast ausschließlich Lüge ist, so ist das auch der Versuch eine, kleine winzige Leerstelle zu schaffen für die unmögliche “wahre Kunst”, die frei wäre von den dialektischen Verstrickungen des Zuschauers, die gar nicht lügen kann, usw. usf.

Give me numbers

1994 AD [1]

Seminar der Theoretischen Physik. Ein Professor verlangt vehement Nachweise, konkrete Zahlen: “Give me numbers!”
Nach einigen Wiederholungen dieses Wunsches antwortet ein anderer: “0.3″

1995 AD [1]

„1. Mathematik ist die Sprache der Natur. 2. Alles um uns herum lässt sich durch Zahlen wiedergeben und verstehen. 3. Stellt man die Zahlen eines beliebigen Systems graphisch dar, entstehen Muster. Folgerung: Überall in der Natur existieren Muster.“

– Max Cohen

1996 AD [1]

Es ist nur real, was gemessen werden kann. Etwas existiert nur, wenn es Maß und Zahl hat.

1997 AD [1]

“Die Geschäftserwartungen der deutschen Unternehmen haben sich weiter eingetrübt. Wie das Ifo-Institut in München mitteilte, sank der maßgebliche Index den vierten Monat in Folge auf nun 102,3 Punkte.” Nachrichten im Deutschlandfunk, 27. August 11 Uhr.

1998 AD [1]

Das Vertrauen in die Wissenschaft, ihr Ruf ist so enorm, und in ihrem Tun der Gebrauch von Zahlen so autoritätsheischend, dass allein das Nennen einer Zahl einer Behauptung Glaubwürdigkeit verleiht, sie als Fakt da stehen lässt – und dass obwohl oft nicht einmal die Einheit genannt, geschweige denn das Zustandekommen dieser Zahl erläutert wird, noch wie groß der Fehler bei ihrer Bestimmung ist.

1999 AD [1]

Number rules the universe. Pythagoras

2000 AD [1]

„Die ganzen Zahlen hat der liebe Gott gemacht, alles andere ist Menschenwerk.“ Leopold Kronecker

2001 AD [1]

Da in der Ziffernfolge einer normalen Zahl jede Kette von endlichen Zahlkombinationen zu finden ist, beherbergt eine solche Zahl (im Prinzip) die Werke von Shakespeare, unsere DNA, den Konstruktionsplan eines SpaceShuttles und die Daten des Internets.

[1] http://www.ubu.com/sound/kawara.html

Edit: On Kawara eingefügt und den letzten Satz korrigiert, s. Kommentare.

Bewusstseinsmetaphern

Bewusstsein als..

- der Scheinwerfer einer Lok (Boris Psternak in “Doktor Shivago”)
- Cartesianisches Theater (Descartes?)
- als Ruhm (D. C. Dennett)
- als Zentrum narrativer Gravitation (D. C. Dennett)
- a von Neumann(esque) virtual machine implemented in a parallel architecture (D. C. Dennett)
- Nur in höherer Dimension sichtbare gedankenlenkende Tentakel an der Hinterseite unseres Kopfes (Jack Vance “Krieg der Gehirne”)
- Spiegel (s. Kommentarhinweis vom blinden Hund – vgl. Narzissmythos und die modernen Spiegeltests bei Tieren)
- the hum of its parts (Hofstadter: “Is the soul more than the hum of its parts?”, bei Dennett dann das Summen von Milliarden hirnloser Nanoroboter)
- ein Assoziations-/Bewusstseinsstrom, Selbstnarration (moderne Literatur)
- Absonderung der Drüse Gehirn (Carl Vogt: “daß alle Fähigkeiten, die wir untern dem Namen Seelentätigkeiten begreifen, nur Funktionen des Gehirns sind, oder um es einigermaßen grob auszudrücken, daß die Gedanken eta in denselbem Verhältnissse zum Gehirn stehen, wie die Galle zu der Leber oder der Urin zu den Nieren.” zitiert nach du Bois-Reymond “Die Grenzen des Naturerkennens” S. 463)
- Erwachtseinillusion (Dschuang Dsi, Schmetterlingsgleichnis)
- Atem, Luft, Pneuma (Bibel, die Griechen)
- weißes Blatt Papier, Tabula rasa (John Locke)
- Kellerlochwahnsinn (Dostojevskij)

usw usf.

Das lange Interview zum kurzen Abschied (von il Dottore Schein)

André Müller: Interview mit einem Avatar

Beginnen wir mit dem Absterben der Blogs. Gerade morgen soll wieder eines aus Ihrem Blogroll deaktiviert werden. Ein Blogger mit dem Pseudonym Gregor Keuschnig meinte schon, er würde später als Letzter noch das Licht ausmachen.

Phorkyas: Ja, es scheinen teilweise schon Wellen der Blogmelancholie oder -tristesse durchs Netz zu schwappen. Einige Blogs haben dann nur noch tröpfelweise Beiträge bis sie ganz versiegen.

Ihre Postings sind ja auch fast eher sproradisch. Und mit dem Aussteigen haben Sie auch schon mehrfach geliebäugelt, wenn ich das richtig gelesen habe.

Phorkyas: Ja. Ich wollte schon Aussteigerprogramme initiieren. Eine Prämie für jeden Blogger, der aufhört und was Sinnvolles macht.

Bloggen ist nicht nur kostenlos, sondern meist auch völlig umsonst?

Phorkyas: Der Frust ist manchmal schon ziemlich groß. Ein Kollege brachte es auf den Punkt: Es fehlt das Publikum. Er fühle sich wie Thomas Gottschalk bei der ARD. Wie Harald Schmidt nach seiner Rückkehr zu SAT.1! Schreibende und Lesende sind meistens eins. Eine kleine Gruppe, eine Handvoll Leute. Während “draußen” irgendwelche Shitstorms über Sarah Kuttner fegen.

So etwas verfolgen Sie?

Phorkyas: Nein, ich kann mich dazu eigentlich nicht äußern. Da bin ich mehr Phänomenologe des Zeitgeistes oder whatever. Es ekelt mich auch geradezu an, wenn ich mich mit ins Kommentargewühl stürze und an mir selbst die gleichen Reiz-Reaktionsschemata feststelle, die gleichen Empfindlichkeiten und Selbstüberhebungen.

Womit wir vielleicht noch einmal zum Dottore Schein zurückkehren könnten. Glauben Sie, dass es bei ihm eine ähnliche Übersättigung, ein ähnlicher Ekel sein könnte, der das Abschalten seines Blogs hervorrief?

Phorkyas: So könnte man mutmaßen. Ich weiß es nicht. Irgendwann dreht man sich nur noch im Kreis in seinem digitalen Laufrad. Spuckt die gleichen Links und Assoziationsbruchstücke heraus. Vielleicht sollte ich da aber eher für mich selbst sprechen. Also das ist eines meiner Probleme. Hinter den kurzen Einwürfen des Dottore habe ich aber auch immer einen kritischen, widerspruchslustigen Geist gespürt. Unruhe, die ihn antreibt und dann vielleicht auch hinaustrieb aus unserer digitalen Wüste, in der dann bald nur noch die kybernetischen Maschinen miteinander sprechen werden.

Sie meinen, wenn Programme Artikel schreiben werden, auf Klickzahlen optimieren und Kommentare verfassen? – aber doch eigentlich dies das Traurige schon gar nicht mehr ist, sondern davor, wenn der Mensch sich schon zur behavouristischen Input-Output Black-Box degradiert hat, zum Datendurchschleuser.

Phorkyas: Exacto.

Nun, verlieren wir uns nicht zu sehr ins Allgemeine. Da sind noch andere Dinge, die ich gerne besprechen würde.

Phorkyas: So lange es nicht Ihre zerquälte Metaphysik ist. Gerne.

Nein, die nun gar nicht. Ich würde gerne über Sie sprechen.

Phorkyas: Ja, hmm. Da weiß ich nicht. Also ich bin 29, Absolvent einer sogenannten Elite-Uni, aber die Wirtschaft will mich nicht oder ich will sie nicht, hab ich noch nicht so richtig herausgefunden. Was wollen Sie noch mehr?.. Ich mag es nicht, wenn man mir so auf die Pelle rückt, wissen Sie.

Kann ich nur zu gut nachvollziehen, aber es geht auch nicht, darum private Details aus Ihnen herauszuquetschen. Bei Ihren Einträgen zum Konfliktfeld Religion und Wissenschaft sind Sie bei Kuhn auf dieses schöne Wort “Verheißung” gestoßen.

Phorkyas: Kommen Sie also doch wieder mit Metaphysik?

Warten Sie doch erst einmal ab. Kuhn behauptete, glaube ich, dass auch die Wissenschaften voll von diesen Verheißungen seien. Er bezog es z.B. auf die Verheißung neuer Daten. Ein neues Paradigma, das würde eben oft neue Messungen erlauben oder die alten neu interpretieren. Und man sieht das ja auch bei den großen Forschungsprogrammen, bei denen da das Blaue vom Himmel heruntergepredigt wird: Supraleiter bei Raumtemperatur, Quantencomputer als Desktoprechner. Dieser Fortschrittsglaube ist das nicht auch Verheißung?

Phorkyas: Ja, kann sein.

Und sind die meisten Dinge nicht genauso unrealitstisch oder fern wie das jüngste Gericht, das Jenseits?

Phorkyas: Naja, manches ist ja schon ein bisschen konkreter.

Ja, aber so etwas, wie das Energieproblem oder den Klimawandel. Die Welternährung usw. Diese Dinge wird man doch wohl kaum mit ein paar Differentialgleichungen oder Rechenclustern knacken.

Phorkyas: Und wie dann?

Na, wenn ich das wüsste dann säße ich nicht hier.

Phorkyas (lachend): Ja, die Geheimdienste hätten sich Ihrer schon angenommen.

Aber jetzt bin ich etwas abgekommen. “Verheißungen”.

Phorkyas: Ja, das Thema gefällt mir schon. Sonst hätte ich Ihnen wahrscheinlich die Eingebung auch nicht eingegeben. Der Mensch hält es wohl gar nicht aus ohne Verheißungen.

Genau. Schon diese kleinen Dinge, Symbole. Bei diesem Wetter: die Verheißung auf ein Eis oder kühles Bier. Während der Arbeitswoche: das Wochenende. Die Verheißung auf ein neues Internetspielzeuggerät, eine neue Software. Das mögen nur so kleine symbolische Aufladungen sein, aber die Etablierung, der wirtschaftliche Erfolg eines Produktes hängt wohl davon ab, dass sie für eine genügend große Anzahl von Leuten funktioniert.

Phorkyas: Sie sind ein wahrer Taschenphilosoph. Wollen Sie nicht dieses Blog hier übernehmen?

(lachend) Aber ich bin doch schon tot.

Phorkyas: Ja, schade.

Warten Sie ich muss das Tonband einmal wechseln.

Phorkyas: Da habe ich ja Glück gehabt. Da sage ich einmal etwas halbwegs Intelligentes und dann wird es durch einen Tonbandwechsel verschluckt.

Aber ich könnte es ja festhalten, indem ich es.. Nun habe ich es auch vergessen.

Phorkyas: Gerettet.

Sie meinen das ernst? Jedenfalls klingen Sie wirklich erleichtert.

Phorkyas: Ja, wissen Sie. Das gerade war nun nicht wirklich eine Leerstelle. Ich verstehe mich nicht darauf Luftlöcher in einen Text zu pieksen. Ich versuche die Ideen so zu umstellen, verfolgen, einzuhüllen bis sie sich ergeben.

Aber das was dann noch da ist, ist meistens nicht viel.

Phorkyas: Ne, die eigentliche Idee hat sich dann schon verflüchtigt. Aber ich finde das vollkommen in Ordnung. Das wäre ja sonst auch nicht auszuhalten. Eine Handvoll im Jahr oder Leben sollten schon reichen. Oder eine oder auch keine.

Nun fällt mir aber wieder eine meiner Fragen ein. Sie bezeichneten mich zuvor mal als einen zerquälten Metaphysiker. Könnte man mit einigem Recht nicht das gleiche von Ihnen sagen? Ich meine einige dieser Blogeinträge lesen sich doch schon so: Sie lehnen die meisten Metaphysiken oder Religionen ab, aber ebenso stark regen Sie sich über die scheinbar metaphysikfeindliche Haltung der Wissenschaften auf, oder nicht?

Phorkyas: Ja, so könnte man schon sagen. Da habe ich noch keinen Weg gefunden, werde ich wohl auch nicht. Ich bin ja kein Jesus oder dergleichen. Den Großinquisitor könnte ich noch geben vielleicht. Ja, ich habe mich so damit abgefunden, dass Gott abwesend, nichtexistent ist, dass ich ihn verleugnen müsste, würde er sich tatsächlich zeigen. Aber das ist ja auch sehr unwahrscheinlich. Manchmal sind da aber noch so religiöse Formeln wie Zaubersprüche in meinem Kopf. Z.B. dieses “aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund”. Und dann zu wissen, dass er nie dieses Wort sprechen wird, dass wir in diesem leeren Weltall, ewig ohne dieses Wort bleiben werden.

Dieses ausbleibende Wort, ist das auch die Leerstelle der Poesie, das Schweigen, das sie anstreben?

Phorkyas: Das weiß ich nicht. Aber manchmal möchte ich von diesen Wortreligionen statt einem Bildnisverbot ein Wortverbot fordern. Ich meine in tausend Engelszungen reden sie Verheißungen und gießen Beton in die Schädel, aber das eine Wort, das nur von Gott kommen kann, das haben sie auch nicht.

Wird das hier jetzt eine Predigt?

Phorkyas: Sie haben angefangen, Sie Metaphysiker.

Und die Frage doch nicht so recht herausbekommen.

Phorkyas: Sie sollten nicht weiter so sehr sich damit abmühen, in mein Hirn hineinzukriechen. Da ist nicht viel zu entdecken.

Sie meinen, es liegt schon alles offen. Hier im Netz. In den paar Worten?

Phorkyas: Nein, viel eher: Sie werden nur entdecken, was Sie hineinlegen wollen, was Sie interessiert, was Ihr Geist sich ausmalt.

Nein, das ist doch Unsinn. Dann käme doch nie etwas Neues, dann stünde doch jeder Geist ewig still.

Phorkyas: Ist das so abwegig?

Aber ich bereite mich doch vor. Ich lasse mich auf den anderen ein. Dadurch erfahre ich doch notwendig etwas Neues.

Phorkyas: Ja, aber er assimiliert doch nur. Er formt es um bis es sein Eigenes ist. Das wirklich Andere, das können wir doch kaum ertragen.

Aber das heißt doch nicht, dass es unmöglich ist, dass es nicht versucht werden kann. Warum versuchen Sie dann es nicht? – Das ist doch nur wieder eine Ihrer Lieblingsthesen, hinter denen Sie sich verkriechen.

Phorkyas: Weil’s hier so bequem ist? Ne, angenehm ist das hier nicht. Wissen Sie ich versuche nur eine Phänomenologie, möchte die Dinge in den Blick bekommen, ohne gleich in Wertungen, Beteiligtsein abzudriften. Mir ist alles fremd. Ich sehe die Menschen, ich sehe mich wie Larven unter dem Mikroskop. Dann sehe ich dieses Massenphänomen das unser Denken ist. So deformierbar. Wir denken, wir reden, wir kaufen wie alle anderen auch. Schauen Sie nur diese Nerdbrillen. Die sind doch falsch. Das widerspricht den Proportionen, dem Geschmack. Aber weil es gerade in den Köpfen spukt, dass es toll sei, ist es möglich. Sehen Sie ich gehöre zu dieser Generation, die gerade noch aufrührerisch genug ist, eine unpassende Brille anzuziehen.

Ah, das haben Sie wieder schön negativ gesagt. So kennt man Sie. Aber meinen Sie, Sie könnten nicht auch anders? Sie hocken hier in Ihrem digitalen Loch, wo es schon durch die Decke tropft und dabei wäre es an Ihnen, das mal ein bisschen aufzuhellen. Diese Form zu nutzen, sie auszufüllen.

Phorkyas: Womit denn?

Ja, was weiß ich. Die Möglichkeiten sind doch so groß, als schrieben Sie einen Roman.

Phorkyas: Ei, fangen Sie bloß nicht damit an. – Es wäre nämlich genauso frustrierend wie ein Roman, den keiner liest, und so ist es ja auch.

Ihren Blog liest keiner?

Phorkyas: Sagen wir, er hat eine sehr lokale Reichweite. Die Praxis, die jetzt doch noch geöffnet zu sein scheint, hat da wahrscheinlich schon etwas mehr.

Konstruktivismus anyone?

Ja, reflektieren sie denn grad alle über Begriffe oder den Konstruktivismus?

Mete, Frau Torik, Kwaku Ananse und Tom-ate.

Irgendwie hatte ich das ja auch schon mal so ähnlich: der Mensch als Metaphernmaschine, in Narration, in Sprache erschaffen und bewältigen wir unsere Welt. Was mich daran stört ist ein gewisser Relativismus: Millionen, Milliarden Welten können da hervorgebracht werden, ohne zunächst in irgendeinem Bezug zu stehen. In meiner Welt könnte der Mond aus Käse sein, warum auch nicht?

Vielleicht ist es aber so ähnlich wie es sich in Metepsilonemas Entwurf andeutet: all die Welten sind nicht isoliert sondern im ständigen Kontakt, Umbruch, durch oder in Kommunikation. Manche Absurdität mag so verhindert werden.. andere Kollektivhalluzinationen mag es aber noch befördern.

Irgendwie jedenfalls bin ich vom Konstruktivismus wieder abgerückt. Vielleicht bin ich zu sehr Physiker oder gar Metaphysiker? Oje.

Alea Torik schreibt:

Die Bilder der Physiker – vom Universum und dem ganzen Rest – sind sehr schöne, in erster Linie allerdings poetische Bilder. Wir visualisieren die Umstände, um sie uns vorstellen zu können.

Wenn sich das z.B. auf die Bilder vom Hubble-Teleskop bezieht, so könnte ich hier jedoch einwerfen, dass da meines Wissens zunächst nichts manipuliert oder poetisiert ist: Die Bilder zeigen, was wir auch mit dem Augen sehen könnten, wäre nicht die störende Atmosphäre dazwischen und unsere Augen ein paar tausend Mal schärfer. (Allerdings steht da natürlich immer noch das Problem, diese Dimensionen zu fassen, was im bunten Bild zum Glück unter geht und wo wir dann uns mit den Zahlen behelfen müssen wie einst Archimedes mit seiner Sandzahl.)

Es ist schon so, dass ich auch Paradigmen oder Leitbilder wissenschaftlicher Forschung mitunter als Metaphern sehe. Und auch Begriffe, die wir als wissenschaftlich klar und eindeutig wähnen, sind in Wahrheit vielleicht auch mit fransigen Rändern oder gar nicht so klar definiert wie wir denken, aber wir haben mit der Zeit gelernt sehr effektiv damit zu operieren (z.B. Kraftbegriff, Energie, etc.) – Aus dieser Praxis stammt dann auch vermutlich ein Art Realismus, von dem ich annehme, dass die meisten Physiker ihm anhängen: Da wird dann eben nicht mehr unterschieden zwischen Modell und Realität. Es ist ja auch wahnsinnig umständlich zu sagen: “Wir können gewisse Eigenschaften eines Festkörpers gut dadurch beschreiben, dass wir annehmen, in ihm befände sich ein Gas von freien Elektronen” – Gewisse Modelle, Vorstellungen von Materie sind so gut etabliert, dass wir diese Klammer “Es ist nur ein Modell” weglassen. Wir bestehen aus Elektronen und Nukleonen. Punkt.

[Und selbst wenn es nur Modelle nur Annäherungen gibt. Was sind das dann für Modelle wovon bzw. Annäherungen woran?]

Spiel und Sprache

Die Begeisterung für das Go-Spiel hält an. Zwar bin ich immer noch genauso ein Stümper wie beim Schach, aber darum war es mir ja auch nicht gegangen. Es interessierte mich vielmehr die Spielphilosophie. Der Kampf der Parteien wurde da gar mit dem Gleichgewicht von Ying und Yang verglichen. Solche Dinge machten mich beim Schach schon skeptisch: Übertragungen auf das Leben oder den Charakter der Spieler. Dass es da ruhigere, positionellere Spieler gebe und aggressiv-angriffslustige. Aber wir Menschen sehen es fast zwangsläufig so: wir unterstellen einzelnen Zügen immer einen Sinn, einen Plan und sehen so in ihnen manchmal sogar noch mehr; eine Art, einen Charakterzug. Und so wird das Spiel z.B. bei solchen “Meisterpartien” dann oft stilisiert zum Kampf verschiedener Temparamente und Genies.

Was passiert nun wenn der Gegner eine Maschine ist, die ihre Züge nur kalkuliert? Hat deren Spiel überhaupt noch einen Sinn oder sollten wir ihn zumindest unterstellen? Die Spielweise der Menschen ist doch so: dass sich ein Wissens- und Begriffsschatz ansammelt und dass man von einem Schüler sagt, er habe das Spiel begriffen, wenn er mit diesen Instrumenten eigenständig arbeitend sinnvolle Züge tut. Beim Schach lernt man dann z.B. nach den Erlernen der Regeln so etwas wie das Besetzen von offenen Linien, Freibauern, Gabeln usw. kennen. Wenn das Schachprogramm die Steine so führt, als habe es diese Begriffe zu meistern gelernt, könnte man dann davon reden, dass es sie ebenso begriffe? [Mentale Notiz: Die Grundfrage, die hier liegt ist vielleicht: Lässt sich das ganze menschliche Denken auf logisch-symbolische Prozesse abbilden? Ließe es sich auch auf eine Turing-Maschine transferieren?]

Damit wollte ich insbesondere die Bedeutung der Sprache für die menschliche Erkenntnis betonen. Wir bilden Begriffe und erst durch diese sehen wir die Dinge, können sie begreifen. Aber reicht das zur Begründung, dass das Spiel der Maschinen etwas ganz anderes sei als das der Menschen? Wieviel wissen wir denn von unserem eigenen Spiel? Vielleicht laufen in unserem Hirn ja auch nur algorithmenähnliche Prozesse und die Begriffe sind lediglich nachgeschaltete Rationalisierungen, dessen was unser Neuronengefeuer da fabrizierte?

Spiel, Spaß, Spannung

Der Mensch spielt nur, wo
er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist,
und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.

Schiller

Es gibt etwas, das mir höchst zuwider ist, und das ich auch bei Kant schon nicht abhaben konnte: Fortschrittsdenken. Warum soll es immer besser, schneller, vollkommener werden? Dafür sehe ich einfach kein Gesetz, keine Notwendigkeit. Die Natur kreist ewig und mag immer abgefahrenere, unglaublichere Kreaturen hervorbringen, eine Notwendigkeit Lebewesen mit Intelligenz oder gar Bewusstsein auszustatten sehe ich aber nicht. Oder gar, dass die Naturgesetze so beschaffen sein sollten, dass sie dies begünstigten, damit irgendwo auf irgendeinem Planeten ein Wesen hockt, dass sich als Krone der Schöpfung dünkt, weil es den Geist verliehen bekam, die ganze Schönheit der Welt zu erschauen, einer Welt, die ohne diesen Geist ganz leer und sinnlos wäre. Das erscheint mir absurd.

Aber zurück zum Fortschrittsdenken.(Standard-Polemik) Auf den Geist angewendet bedeutet er: Vervollkommnung, immer größere Klarheit, (Selbst-)Erkenntnis. Gerade auch der Wissenschaft scheint er so fest eingeschrieben, dass er in Mark und Bein übergegangen ist. Unaufhörlich werden alle Geheimnisse der Natur entrissen, alles beobachtet, vermessen, bestimmt.

Auch in der Mystik bzw. Spielen, die mystische Erkenntnis symbolisieren, gibt ebenfalls diesen Fortschrittsgedanken dargestellt durch Leitern.

Das Spiel wurzelt im rituellen, mythisch-religiösen. Überbleibsel davon lassen sich vielleicht selbst heute noch in den profanen Sport-Events ausmachen (oder liegt das nur an unserer Tendenz Dinge zu überhöhen also auch einem solchen Ereignis eine übertriebene Bedeutung beizumessen). Auch heute noch findet Sport an einer bestimmten Stätte mit bestimmten Regeln statt – der Alltag ist außer kraft, weil für die Zeit, die man den Sport betreibt oder ihm zusieht, nur die gesetzten Regeln zählen. Rituelles wie den Bundesliga-Abend oder den Super-Bowl, etc. gibt es dabei immer noch, freilich nun profan, wie auch der Status, der dem Ort zugemessen wird nicht mehr geheiligten Charakter hat, selbst wenn man noch vom geheiligten Grün spricht und bei einem Aufstieg die Fans Teile des Rasens zu Reliquien werden lassen.

Spiel als Metapher
Spiel des Lebens

PS. Bleibt leider bis heut abend auch noch Fragment. Sorry..

Der Kampf um die Worte

Gestern stieß mich metepsilonema erneut darauf, welch widersinniger Kampf um Worte bei den Auseinandersetzungen um den Naturalismus da geführt werden. Bei dem Text, den ich in einem früheren Artikel verlinkt hatte, ging es um die Formulierung: ein Naturalist sei überzeugt, dass alles mit rechten Dingen zu gehe. Gemeint ist wohl, wie metepsilonema unter dem Text bemerkt, dass es keine Wunder, keinen Eingriff übernatürlicher Wesen von außen gebe. Alles ist naturhaftes Erscheinen. Damit schippert diese Aussage aber auch schon haarscharf an der Tautologie. Angenommen es gäbe bewiesenermaßen übernatürliche Wesen, so bräuchte ich diese nur wieder in “Natur” zu inkorporieren und bräuchte nichts zu ändern. Oder anders: wie definiere ich überhaupt “naturhaft” (sieht sehr nach der Kant’schen “Welt” aus: die Summe aller empirisch zugänglichen Erscheinungen)? Was ist denn überhaupt außerhalb von “Natur” (oder “Welt”)?

Aber schon wieder fange ich mit den Diskussionen an, dabei wollte ich nur kommentieren, wie merkwürdig ich das finde: Hat die Philosophie denn nicht schon ihren linguistic turn hinter sich, wie kann denn dann noch so über einzelne Worte gestritten werden? Jetzt könnte ich wie tom-ate fragen: “Ist das das Ende der Philosophie?” oder vielmehr ihr Anfang! Wittgenstein, der sie als Sprachverwirrung ein für alle entsorgen wollte, müsste wohl eingestehen, dass bei soviel vorhandener Sprachverwirrung sie noch nötig wäre?

Das trojanische Pferd (2)

(Fortsetzung – Dennett, der Blogozentriker und Phorkyas konversieren über die Gedankendrüse Hirn und andere Schauerlichkeiten)

Dennett: Gut, nun haben Sie Ihren Blumenberg-Trumpf gespielt: Natürlich bestreite ich nicht, dass unser Erkennen metapherndurchwirkt ist, dass die ganze Wissenschaft voll ist davon. Dass fast jedes Modell oder jedes Paradigma einen solchen Charakter hat: Durch Analogie oder Übertragung etwas Unverstandenes zu begreifen.
Phorkyas: Damit haben Sie ihn aber nicht entschärft.
Dennett: Wollen Sie nun doch in rhetorische Scharmützel stürzen? Ich dachte, Sie hätten eingesehen, dass Sie da chancenlos sind.
Blogo: Na, mit meiner bleischweren Feuerkraft an der Seite wird aus manch zahnlosem Alten doch ein wagemutiger Drauflosquatscher.
Dennett: Können wir jetzt bitte zurück zum Thema, bevor man wieder Schusswaffen auf mich richtet? Aufklärung, Wissenschaft, Winchester, Neurowissenschaften, das war hier das Thema.
P: Ja, und was von diesen Verheißungen zu halten sei: das Bewusstsein sei bereits erklärt, die Entschlüsselung des Bewusstsein-Codes schon zum Greifen nah.
D: Skeptizismus ist ja gut. Nur hoffe ich, ist er nicht stumpf wie der von Maxwell Bennett.
P: Vielleicht erheitert Sie, wie das dradio Ihre Keilereien mit diesem beurteilt: Das massive Aneinandervorbei der Streiter macht deutlich: Es handelt sich hier um eine weltanschauliche Debatte, die mit Argumenten schwerlich beizulegen ist.
D: Pfff..
P: Es ist aber genau wegen dieser Verbissenheit, dass ich schon keine Lust mehr habe. Das ist doch fest gefahren. Wollte man Haltungsnoten vergeben, so ist schon gar nicht mehr zu sagen, wer verkniffener und unentspannter wirkt: Brights oder “Anti-Brights”. Naturalisten oder Religiöse, PCler oder Anti-PCler…
D: Ihr Seufzen ist ja schon physisch greifbar. Aber tun sie mal nicht so als sei ich daran schuld.
P: Nun Sie wollten doch aber polarisieren und auch solche Debatten provozieren. Dass so etwas kommen würde, muss Ihnen doch klar gewesen sein? Oder ergötzen Sie sich an den hilflosen rhetorischen Manövern Ihrer Gegner so sehr, dass Ihnen die Sache egal ist?
D: Aber was ist die Sache?
P: Das wüsste ich gerne von Ihnen. Was für ein Spiel hier überhaupt gespielt wird? Welches philosophische Terrain es hier zu erkunden gäbe? – Ob man Ihnen follgt und die meisten Probleme als Scheinprobleme abtun kann?
D: Na, dann lesen Sie doch meine Bücher. Ich denke, ich habe mir das schon gut überlegt.
P: Ja, in einigem würde ich da auch bereitwillig folgen – Aber wenn Sie dann Ihnen nicht genehme philosophiphische Positionen einfach als reaktionär abtun, so find ich das doch ein bisschen billig.
D: Auch das ist wohlüberlegt.
P: Mag sein. Aber ich dreh’ hier lieber noch ein wenig Däumchen. Lass die Welt, Welt sein.. und schau ob sich nicht doch noch ein Angelpunkt finden lässt.
D: Mache Sie das. Dann schauen Sie aber genau hin und nicht nur zurück. Kommen Sie im hier und heute an.
P: Aber warum? – Warum soll ich mir nicht noch einmal die ganze olle Metaphysik vorknöpfen, bevor ich aufs Minimalistischste beschneiden muss, wie die Naturalisten es fordern. Vielleicht will ich nicht Mensch 3.0, sondern finde das transzendentale Subjekt ganz klasse. Warum soll ich da zurück auf Ihre metaphysische Draisine, wenn ich doch den Kant’schen Düsenjet haben kann. “Version wird nicht mehr unterstützt!” Pfft. Soll’n die das mal in ihr neuronales Netz schrauben.
D: Ja, sehr geistreich. Aber doch etwas ressourcenfressend und nun leider schon zu recht passé, fehlt nun mal die Sprachreflexion – Das trojanische Pferd. Plessner, Cassirer diese Kanonen, die Sie gegen mich in Anschlag bringen wollten, haben Sie sich aber noch alle gespart? Oder sind Sie rhetorisch und inhaltlich zu sehr baden gegangen?
P: Ach ja. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt stehen die Chancen wohl schlecht, dass wir Sie als trojanisches Pferd mitten unter die Brights einschleusen könnten, um diese von innen her auszuhöhlen.
D: Warum sollte ich das auch tun?
P: Weil Ihre “strukturalistische” Selbsttheorie und auch Ihre Positionen zum freien Willen, nun ja vielleicht schon der Anfang für Ihre “Bekehrung” sein könnten. Vom Saulus zum Paulus. Vielleicht sind sie es ja schon längst, haben es aber noch gar nicht gemerkt.
D (lacht): Und Sie Teufel taufen mich. Na, das ist gar zu verlockend.
P (lacht ebenfalls): Schade, dass es der zeremoniell notwendigen Gegenstände ermangelt. Bin da mehr der karge Calvinist. Wir hätten nur diese geweihte Flinte hier. (blickt sich um, aber Blogo ist weg)

Wo steckt er denn? Hat er etwa Ernst gemacht mit seiner Arbeit und Internetabstinenz? – Bevor ich wieder zu neidisch werde, mach’ ich mich auch mal was rarer

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