Lafcadios Loch

Go-Steine und nicht viel mehr

Kategorie: Splitter

Kunst

Kunst ist, wenn man nicht anders kann – wenn da etwas gärt und brodelt und heraus muss, mit einem um Ausdruck ringt.

Der Ekel

Der Ekel des Bewusstseins ist zweifach:

Vor der Welt und den Mitmenschen, wegen ihrer armseligen Konstruktionen, mit denen sie sich ununterborchen ihre Überlegenheit, ihr Bessersein, ihre Korrektheit bestätigen müssen.

Aber noch größer ist der Ekel vor einem selbst, weil einem klar werden muss, dass selbst das scheinbare Durchschauen dieser Mechanismen noch ein ebensolcher ist, indem er uns einen Moment beschert, in welchem wir uns über den Morast erheben wollen, in dem wir doch auch stecken.

Due to infringement cases…

Jokes of mathematicians and others that aren’t funny

A mathematician with whom I studied had a bad dream: he was in the kernel of a linear map.

Well, yesterday I had something similar with my defragmented mind:
Couldn’t sleep until four in the morning due to my throbbing nose, so I started to count
(just without the sheep, but as many programmers would do?): 0,1,2,3,..

Bäcker-Transformation

Gesellschaft ist organisch – gärend, wuchernd.
Kultur ist fermentierend, Kompost, dass aus dem alten Mist Neues erstünde. Dazu schichte man ihn um, durchlüfte ihn, auch wenn ich manchmal denke man sollte den ganzen Mist gleich ganz entsorgen.

Dabei kann es schon mal chaotisch werden.

Weltkokon

Und es bleibt doch jeder eingesponnen in seine eigene Welt, und sein Leben nur eine Geschichte, die er sich erzählt und erzählt, bis er selbst sie zu glauben beginnt.

Lüge

Kunst ist die Lüge. Die Lüge, dass wir ausbrechen könnten, Freiheit, neue Möglichkeiten ergreifen könnten, dass ein Mehr, eine Schönheit hindurchscheinen könnte durch unser prosaisches Alltagswerkeln. Wir als Zuschauer lügen es ins Werk als ertrügen wir nicht, dass unser Leben nur ist was ist. Für kurze Dauer schaffen wir diese Gegenraumzeit, einen Aufenthaltsort für Irre.

Edit: Leider habe ich versucht verkürzt, metepsilonematisch zu schreiben und dabei, die Aussage, die ich im Sinn hatte, wohl um Kilometer verfehlt: Ich dachte ursprünglich an Filme. “Into the wild” ist für mich so ein Paradebeispiel. Da bin ich nachher im Kino aufgestanden und habe nur gedacht: Was ist das eine perfide Lüge! Ist ja schön das Aussteigertum so zu glorifizieren, das geschieht ja auch ernsthaft, mit Leidenschaft, aber mit den schlimmsten Folgen, dass es nämlich die Leute davon befreit wirklich auszusteigen oder von ihrer Freiheit Gebrauch zu machen. Ein fast ähnlicher Ablasshandel wie Kirchenpredigten: Da wird ja durchaus auch Kritik geübt und der scheinheiligen Gemeinde die Leviten gelesen, aber das geht über sie hinweg wie warmer Sommerregen und stattdessen bleibt sogar ein wohliges Gefühl: Wir Gläubige, sind ja sogar besser als der Rest, wir setzen uns ja mit solch ethischen Fragen auseinander, wir sind uns unserer Verlogenheit oder der der Welt noch bewusst. – Hauptsache diese Erkenntnis bleibt folgenlos.
So ähnlich ist es doch auch im Kinosessel mit den anspruchsvolleren Werken aus der Traumfabrik: Die Werke bleiben Sedativum, Surrogat.

Ich hoffe, das macht etwas klarer, was ich hatte sagen wollen.

@Bollmann: Natürlich ist das negativ. Das ist in diesem Blog ja auch fast schon das höchste Lob, aber lies es ruhig auch in die andere Richtung: Wenn ich behaupte das Kunst oder unsere Kunstrezeption fast ausschließlich Lüge ist, so ist das auch der Versuch eine, kleine winzige Leerstelle zu schaffen für die unmögliche “wahre Kunst”, die frei wäre von den dialektischen Verstrickungen des Zuschauers, die gar nicht lügen kann, usw. usf.

Die Muhdose

Seine Stimme war die einer Muhdose. Immer und immer wieder kippte er die Dose. Immer und immer wieder erklang der gleiche, triste Laut. Eines Tages aber als auf einem Hügel ihm die Dose entglitt, und sie muhend herunterpolterte und knapp am Abgrund erst zum Liegen kam, fand sie seine Stimme. Klar und deutlich sprach sie.

Ausdrucksallergie

Das heißt, daß hier gewissermaßen jenes Zivilisationsbewußtsein, gegen das zu protestieren ja in Gottes Namen in der verwalteten Welt der Kunst mehr obliegt als wahrscheinlich je zuvor, verdrängt wird, und daß hier die Menschen nur dehalb gegen den Ausdruck allergisch reagieren, weil er sie an Dinge mahnt, die unter der gegenwärtigen Herrschaft des zivilistatorischen Prinzips eigentlich gar nicht mehr richtig zum Leben kommen könnnen. Man hält es gewissermaßen nur aus, wenn man davon nicht redet, wenn es nicht einmal mehr zum Zeichen findet.

Adorno “Ästhetik 1958/59″ (Hervorhebung von mir)

Selbstzerstörungstendenz

(Edit/Erklärung: Wurde kürzlich mit alten Kommentaren von mir selbst konfrontiert. Bah, wie so ein neunmalkluger Pennäler schwätzte ich daher. Und die Erkenntnis dämmerte, dass ich das schon immer war und auch geblieben bin. Wie lösche ich also diesen nervigen, sich klug gebenden, sich selst für klug haltenden Schwafler von mir runter?)

Verschränkung

Ich will aber nicht in irgendwelchen Netzen präsent sein, sondern meine Finger in die Hand einer anderen verschränken, während ich Unsinn rede

Dr. Schein in den Kommentaren

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.