Lafcadios Go-Ecke

März 12, 2012

Kommunikation

Einsortiert unter: Blogverbot, Pausenankündigung — phorkyas @ 11:38 vormittags

Communication

http://xkcd.com/1028/

März 11, 2012

Si tacuisses…

Einsortiert unter: Blogverbot, Pausenankündigung, Unwürdige Themen — phorkyas @ 8:56 nachmittags

- Warum habe ich nicht geschwiegen.

- Nichtswürdiger. Wieso ergreifst du überhaupt den Stift? Krumm und krakelig sind deine Worte. Ungestalt.

- Ich weiß, in einer Ecke sollen sie für niemand sichtbar verrotten. Nur einer vielleicht der käme und in dieser Missbildung noch sehen könnte den Schrei.

- Den Schrei der Kreatur? Du schreist ja nicht. Deine fahrigen Gedanken, deine fahrigen Worte hasten, fliehen nur damit du nicht schreist. Sie sind das Papier nicht wert, das du beschmierst. Die Augen die daran entlanggehn, sie zu lesen. Stiel nicht ihre Zeit.

- Will ich nicht. Ich wäre gerne nur ein Punkt in der Ecke – ein Loch zu entschlüpfen.

- Wohin?

- Nur weg. Weg von mir selbst. Zu schweigen. Das ist es doch. Ich muss doch diese Worte nur machen, weil keiner die Balance, den Ton meines Schweigens trifft.

- Auch du nicht.

- Auch ich nicht.

März 1, 2012

Weg vom Web

Einsortiert unter: Pausenankündigung — phorkyas @ 4:06 nachmittags

Bin dann mal ein paar Tage wech. Im Schnee rumkraxeln.

Vielleicht besser als das Internet weiter mit meinen sinnlosen Kommentaren vollzuschreiben.

November 17, 2011

Ausdrucksallergie

Einsortiert unter: Pausenankündigung, Splitter — phorkyas @ 10:36 nachmittags

Das heißt, daß hier gewissermaßen jenes Zivilisationsbewußtsein, gegen das zu protestieren ja in Gottes Namen in der verwalteten Welt der Kunst mehr obliegt als wahrscheinlich je zuvor, verdrängt wird, und daß hier die Menschen nur dehalb gegen den Ausdruck allergisch reagieren, weil er sie an Dinge mahnt, die unter der gegenwärtigen Herrschaft des zivilistatorischen Prinzips eigentlich gar nicht mehr richtig zum Leben kommen könnnen. Man hält es gewissermaßen nur aus, wenn man davon nicht redet, wenn es nicht einmal mehr zum Zeichen findet.

Adorno “Ästhetik 1958/59″ (Hervorhebung von mir)

Oktober 3, 2011

Wissenschaftsprosa

Einsortiert unter: Allzupersönliches, Pausenankündigung — phorkyas @ 5:17 nachmittags

Ich bin Physiker. Ein landläufiges Vorurteil besagt, dass wir es nicht so mit Sprache haben. Da sich die Sachverhalte ohnehin so viel genauer durch eine Formel bzw. in der mathematischen Beschreibung ausdrücken lassen, warum noch diesen umständlichen Weg über die Versprachlichung gehen? Bei den ungeliebten Praktika waren die Protokolle für mich ein guter Beleg: Was haben mein Kompagnon und ich uns da einen abgebrochen, für die genaue, treffende Formulierung, die auch keinen Sonderfall vergisst und wirklich exakt den gewünschten Sachverhalt ausdrückt. Meist haben wir sie nicht gefunden und den Satz daher gestrichen. (So halte ich es aber überall. Beim Theater mussten ein Kumpel und ich einmal ein Oscar Wilde Stück um ein Drittel kürzen – und auch bei anderen [eigenen?] literarischen Texten habe ich eine Tendenz so zu verfahren, s 6. Artikel des Kölsche Grundgesetz: “[..] bruche mer nit, fott domet.”)

Weswegen ich aber schreibe ist, weil mich dieser Praktikumswiderwille wieder eisern im Griff hat. Jeder einzelne Satz fließt so zäh. Prosa wie diese:

Selbst wenn die Matrixdimension M_D in Abhängigkeit von L nur
polynomiell wächst so muss noch gezeigt werden,
dass die gewünchten Manipulationen auf dieser Zustandsklasse numerisch
effizient durchgeführt werden können, die Anzahl
der Operationen also ebenfalls nur polynomiell wächst.

fließt mir so zäh aus der Feder wie schwarzer, klebriger Sirup.
Ein Freund brachte es in einer e-mail vielleicht auch auf den Punkt (auch wenn er sich eigentlich auf etwas ganz anderes bezog):

könnte [..] vielleicht ein Hinweis darauf
sein, dass Du mit irgendetwas (eventuell unbewusst) nicht zufrieden
bist (einen “falschen Weg” einschlägst)?

Und wie kritisierte noch mein Professor meine Geschriebsel: Die Zitierungen, der Bezug auf das schon Bekannte seien nicht ausreichend. Vielmehr sei es wie ein Bericht oder Roman, eine Beschreibung wie ich mir selbst die Sache erkläre und mir meinen Weg durch diese Dinge bahne. – Wollte ich das nicht immer? Romane schreiben. Dabei ist es mir fast noch eine größere Qual als die Wissenschaftsprosa, geht noch mehr an die persönliche Substanz.

Das wäre eine vielleicht zunächst abwegig erscheinende Frage: Ob nicht auch in dieser Objektivität anstrebenden Wissenschaftssprache sich noch Rückstände der Person des Verfassers fänden? Ein Beispiel ist vielleicht ein Text wie der Traktat von Wittgenstein, der auf mich in seiner Ausschließlichkeit auch schon wieder existenziell wirkt (vielleicht auch nur weil bei mir im Hinterkopf herumgeistert, er habe den Text in den Schützengräben im Ersten Weltkrieg verfasst). Und wenn nicht dies, so lässt sich vielleicht trotzdem, das Instrument von Petra Morsbachs “Warum Frau Laura so freundlich war” anwenden: Die genaue Sprachanalyse. In ihren Essays entwickelt sie die Idee, warum die Sprache unter Umständen mehr verrät, als selbst den Autoren bewusst gewesen sein mag (eine Kritik zu diesem Buch vielleicht später). Anhand von drei ausgewählten Beispielen versucht sie zu zeigen, wie sich in Stilnachlässigkeiten, Überspanntheiten und Übertreibungen, Dinge hervordrängen, die der Autor gerade unterdrücken wollte.

Das brachte für mich auch eine große Erkenntnis, als ich dies auf meinen eigenen Roman anwenden konnte (auch wenn ich dieses Ergebnis leider unterdrücken muss). Und auf meine Wissenschaftsprosa ließe sich das auch anwenden – aber sie schreit und schreit nun und ich muss wohl wieder…

September 19, 2011

Das trojanische Pferd (2)

Einsortiert unter: Pausenankündigung, Taschenphilosoph — phorkyas @ 9:21 nachmittags

(Fortsetzung – Dennett, der Blogozentriker und Phorkyas konversieren über die Gedankendrüse Hirn und andere Schauerlichkeiten)

Dennett: Gut, nun haben Sie Ihren Blumenberg-Trumpf gespielt: Natürlich bestreite ich nicht, dass unser Erkennen metapherndurchwirkt ist, dass die ganze Wissenschaft voll ist davon. Dass fast jedes Modell oder jedes Paradigma einen solchen Charakter hat: Durch Analogie oder Übertragung etwas Unverstandenes zu begreifen.
Phorkyas: Damit haben Sie ihn aber nicht entschärft.
Dennett: Wollen Sie nun doch in rhetorische Scharmützel stürzen? Ich dachte, Sie hätten eingesehen, dass Sie da chancenlos sind.
Blogo: Na, mit meiner bleischweren Feuerkraft an der Seite wird aus manch zahnlosem Alten doch ein wagemutiger Drauflosquatscher.
Dennett: Können wir jetzt bitte zurück zum Thema, bevor man wieder Schusswaffen auf mich richtet? Aufklärung, Wissenschaft, Winchester, Neurowissenschaften, das war hier das Thema.
P: Ja, und was von diesen Verheißungen zu halten sei: das Bewusstsein sei bereits erklärt, die Entschlüsselung des Bewusstsein-Codes schon zum Greifen nah.
D: Skeptizismus ist ja gut. Nur hoffe ich, ist er nicht stumpf wie der von Maxwell Bennett.
P: Vielleicht erheitert Sie, wie das dradio Ihre Keilereien mit diesem beurteilt: Das massive Aneinandervorbei der Streiter macht deutlich: Es handelt sich hier um eine weltanschauliche Debatte, die mit Argumenten schwerlich beizulegen ist.
D: Pfff..
P: Es ist aber genau wegen dieser Verbissenheit, dass ich schon keine Lust mehr habe. Das ist doch fest gefahren. Wollte man Haltungsnoten vergeben, so ist schon gar nicht mehr zu sagen, wer verkniffener und unentspannter wirkt: Brights oder “Anti-Brights”. Naturalisten oder Religiöse, PCler oder Anti-PCler…
D: Ihr Seufzen ist ja schon physisch greifbar. Aber tun sie mal nicht so als sei ich daran schuld.
P: Nun Sie wollten doch aber polarisieren und auch solche Debatten provozieren. Dass so etwas kommen würde, muss Ihnen doch klar gewesen sein? Oder ergötzen Sie sich an den hilflosen rhetorischen Manövern Ihrer Gegner so sehr, dass Ihnen die Sache egal ist?
D: Aber was ist die Sache?
P: Das wüsste ich gerne von Ihnen. Was für ein Spiel hier überhaupt gespielt wird? Welches philosophische Terrain es hier zu erkunden gäbe? – Ob man Ihnen follgt und die meisten Probleme als Scheinprobleme abtun kann?
D: Na, dann lesen Sie doch meine Bücher. Ich denke, ich habe mir das schon gut überlegt.
P: Ja, in einigem würde ich da auch bereitwillig folgen – Aber wenn Sie dann Ihnen nicht genehme philosophiphische Positionen einfach als reaktionär abtun, so find ich das doch ein bisschen billig.
D: Auch das ist wohlüberlegt.
P: Mag sein. Aber ich dreh’ hier lieber noch ein wenig Däumchen. Lass die Welt, Welt sein.. und schau ob sich nicht doch noch ein Angelpunkt finden lässt.
D: Mache Sie das. Dann schauen Sie aber genau hin und nicht nur zurück. Kommen Sie im hier und heute an.
P: Aber warum? – Warum soll ich mir nicht noch einmal die ganze olle Metaphysik vorknöpfen, bevor ich aufs Minimalistischste beschneiden muss, wie die Naturalisten es fordern. Vielleicht will ich nicht Mensch 3.0, sondern finde das transzendentale Subjekt ganz klasse. Warum soll ich da zurück auf Ihre metaphysische Draisine, wenn ich doch den Kant’schen Düsenjet haben kann. “Version wird nicht mehr unterstützt!” Pfft. Soll’n die das mal in ihr neuronales Netz schrauben.
D: Ja, sehr geistreich. Aber doch etwas ressourcenfressend und nun leider schon zu recht passé, fehlt nun mal die Sprachreflexion – Das trojanische Pferd. Plessner, Cassirer diese Kanonen, die Sie gegen mich in Anschlag bringen wollten, haben Sie sich aber noch alle gespart? Oder sind Sie rhetorisch und inhaltlich zu sehr baden gegangen?
P: Ach ja. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt stehen die Chancen wohl schlecht, dass wir Sie als trojanisches Pferd mitten unter die Brights einschleusen könnten, um diese von innen her auszuhöhlen.
D: Warum sollte ich das auch tun?
P: Weil Ihre “strukturalistische” Selbsttheorie und auch Ihre Positionen zum freien Willen, nun ja vielleicht schon der Anfang für Ihre “Bekehrung” sein könnten. Vom Saulus zum Paulus. Vielleicht sind sie es ja schon längst, haben es aber noch gar nicht gemerkt.
D (lacht): Und Sie Teufel taufen mich. Na, das ist gar zu verlockend.
P (lacht ebenfalls): Schade, dass es der zeremoniell notwendigen Gegenstände ermangelt. Bin da mehr der karge Calvinist. Wir hätten nur diese geweihte Flinte hier. (blickt sich um, aber Blogo ist weg)

Wo steckt er denn? Hat er etwa Ernst gemacht mit seiner Arbeit und Internetabstinenz? – Bevor ich wieder zu neidisch werde, mach’ ich mich auch mal was rarer

September 3, 2011

Schotten dicht.

Einsortiert unter: Pausenankündigung — phorkyas @ 9:46 nachmittags

Pause, Pause, Pause…

(Wenn schon der Dr. Schein seine Praxis fast geschlossen hätte, Blogo eine Kreativpause einlegt und auch der Dschungel vor der Schließung steht vor einem Speicherplatzproblem steht?, warum bin ich Depp eigentlich noch hier? – Dabei ist doch Tunnelblickzeit: nur die Arbeit zählt. Auf! Übergang in die Quantenphase.)

Juli 4, 2011

Temporäres Blogverbot

Einsortiert unter: Pausenankündigung — phorkyas @ 7:21 vormittags

..für den Phorkyas.

(Hält der aber eh’ nicht durcht).

März 20, 2011

Pause

Einsortiert unter: Pausenankündigung — phorkyas @ 12:57 nachmittags

Sö. Bis zum 5.4. ist hier erstmal Pause. Die letzten Kommentare sind verpackt und eingetütet, die Postmoderne um die Ecke gebracht, da kann ich mich guten Gewissens auf die Wege machen…

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