Lafcadios Loch

Go-Steine und nicht viel mehr

Kategorie: Gedichte

Schafsgenicht

Die Schafe noch ganz ungeschoren,
sie komm’n der Sonne nicht davon
im Winter als die Schafe froren,
da war das Fell noch kurz.

Sie treibt’s zu den Schatten der Bäume
doch enden dort jäh ihre Träume.
Schlimme Kunde macht die Runde:
dort ist schon der Schaefer fuer seine Stunde.

Knock Knock (2)

Misslungene Gedichte, derer gleich zwei:

Kreatur, was stemmst du dich dem Nichts entgegen,
dein Kampf, er ist vergebens,
Atem – da war die Wärme deines Körpers -
das sei auch nur Chemie, so sagen sie,
doch ich möcht’ die Monaden flüstern hör’n,
ich spür doch dass du lebst!
Sie wehrt sich, krallt sich an ihr Leben
mit aller Kraft, weil sie ahnt,
es geht zu End’.

Wie kann das alles nichts bedeuten?
Grausam ist es gegen jede Kreatur,
wir kommen ungefragt und müssen wieder weichen,
Schnitter, meine Worte bröseln bei deinem Anblick,
kein grünes Lied käm mir von den Lippen,
nur schwarze Löcher, die der Himmel zeugt.
Zwei Kerzen an des Kahnes Reling,
treibt er ins Nichts, dir zu.

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Und nun weil’s so grauslich war auch noch als Sonett:

Ist es nicht vergebens,
sich zum Kampfe zu regen
denn am End’ des Lebens
treten wir dem Nichts entgegen.

Sind wir Maschinen nur
durch die der Puls und Atem geht
und folgen immer stur
wie’s in Naturgesetzen steht?

Da ist der Monaden Tanz;
in ein Netz des Lebens
weben sie den Faden ganz

fein Vergangnes und Zukunft mit ein
so ist nichts vergebens
kann kein Leben je sein.

Verschwinden

Dieses satte Blau, in das der Tag verschwand,
ich wollt ihm folgen.

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Das Studio lacht:
1
2

Wolfsjagd

Manchmal klingt er wie ein russischer Tom Waits – doch wäre für diesen der Vergleich wohl noch schmeichelhaft, beachtet man den Status, den Wissotzki dort innehat, wo man ihn kennt (eigentlich steht der Vergleich ja auch nur hier, um mal wieder eine Antonomasie zu bemühen).
Wir ( und ich) haben uns dennoch daran versucht ein Lied von ihm zu übertragen und nachzudichten:

Vladimir Vysockij – Wolfsjagd

Ich renne mit aller Kraft, gebe alles,
doch ist’s gestern wie heute,
es umzingeln die Jägerleute
und treiben mich in die Falle.
Als hinter Tannen Doppelläufer sich regen
und Jäger in den Schatten schleichen,
die Wölfe arglos in den Schnee sich legen,
werden zum lebenden Ziel sie gereichen.

Die Jagd wird nie müde, nie müde.
Auf die grauen Räuber – Welpe und Rüde.
Gellende Treiberschreie, bis zum Kotzen kläffende Köter,
das Blut im Schnee, der Abschussfahne fleckende Röte.

Ein ungleiches Spiel treiben die Jäger,
ihre Hand wird nicht zögern,
ihre Fähnchen umzäunen die Freiheit,
sie schlagen trefflich, mit Sicherheit.
Der Wolf bricht keine Tradition;
scheinbar in der Kindheit schon
durch Muttermilch saugten wir Welpen ein:
man darf nicht hinter der Fahne sein.

Die Jagd wird nie müde, nie müde.
Auf die grauen Räuber – Welpe und Rüde.
Gellende Treiberschreie, bis zum Kotzen kläffende Köter,
das Blut im Schnee, der Abschussfahne fleckende Röte.

Schnell sind unsre Läufe und Gebiss,
warum nur, Leitwolf, antworte simpel
rennen wir auf der Hatz in den Schuss
und treten nicht hinter die Wimpel?
Der Wolf soll nicht anders können!
So läuft die Zeit, gleich ist nicht mehr.
Der Jäger, dem sie mich gönnen,
lächelte und hob das Gewehr.

Die Jagd wird nie müde, nie müde.
Auf die grauen Räuber – Welpe und Rüde.
Gellende Treiberschreie, bis zum Kotzen kläffende Köter,
das Blut im Schnee, der Abschussfahne fleckende Röte.

Ich habe mich frech verweigert,
hinter Fahnen den Durst nach Leben gesteigert,
nun hör’ ich von dort mit Freude
die verwunderten Schreie der Leute.
Ich renne aus aller Kraft, gebe alles,
doch gestern ist’s nicht wie heute:
es umzingeln die Jägersleute
doch bleibt leer ihre Falle!

Die Jagd wird nie müde, nie müde.
Auf die grauen Räuber – Welpe und Rüde.
Gellende Treiberschreie, bis zum Kotzen kläffende Köter,
das Blut im Schnee, der Abschussfahne fleckende Röte.

Das Original zum Anhören oder Lesen:

Владимир Высоцкий – Охота на волков

Рвусь из сил, и из всех сухожилий,
Но сегодня опять, как вчера,
Обложили меня, обложили,
Гонят весело на номера.
Из-за ели хлопочут двустволки,
Там охотники прячутся в тень.
На снегу кувыркаются волки,
Превратившись в живую мишень.

Идет охота на волков, идет охота.
На серых хищников – матерых и щенков.
Кричат загонщики, и лают псы до рвоты,
Кровь на снегу и пятна красные флажков.

Не на равных играют с волками
Егеря. Но не дрогнет рука!
Оградив нам свободу флажками,
Бьют уверенно, наверняка!
Волк не может нарушить традиций.
Видно, в детстве, слепые щенки,
Мы, волчата, сосали волчицу
И всосали: нельзя за флажки!

Идет охота на волков, идет охота.
На серых хищников – матерых и щенков.
Кричат загонщики, и лают псы до рвоты,
Кровь на снегу и пятна красные флажков.

Наши ноги и челюсти быстры.
Почему же, вожак, дай ответ,
Мы затравленно рвемся на выстрел
И не пробуем через запрет?
Волк не должен, не может иначе!
Вот кончается время мое:
Тот, которому я предназначен,
Улыбнулся и поднял ружье.

Идет охота на волков, идет охота.
На серых хищников – матерых и щенков.
Кричат загонщики, и лают псы до рвоты,
Кровь на снегу и пятна красные флажков

Но а я из повиновения вышел,
За флажки: жажда жизни сильней,
Только сзади я с радостью слышал
Изумленные крики людей.
Рвусь из сил, из всех сухожилий,
Но сегодня не так, как вчера.
Обложили меня, обложили,
Но остались ни с чем егеря!

Идет охота на волков, идет охота.
На серых хищников – матерых и щенков.
Кричат загонщики, и лают псы до рвоты,
Кровь на снегу и пятна красные флажков

(vlg. z.B. http://ru.dainutekstai.lt/r478.htm)

Ode á Richard Kämmerlings

Hoit räkelt sich auf deiner Couch
die toitsche Litteratur
und hofft auf deine Therapie
doch du verkündst das Urteil nur,
zu retten sei sie nie.
So düsterer Befund:
unheilbar gesund.

Als sie beharrlich schweigt
setzt du zu großer Rede an,
es sei nicht so, dass keiner kann,
nur keiner sei geneigt
beherzt dem Toitschen beizustehn
und international und überall gesehn
die toitsche Seele zu (v)erklär’n,
das hättst du nur zu gern.

Da hält sie’s nicht mehr aus:
“Dir mach’ ich den Garaus!
Dein Patient lost his patience,
und dass ich ergänz’:
Deine Texte haben Bart Simpson
finds ‘en nicht, dass es viele Scheisstexter gibt,
doch du zählst zu den Schlimmsten.
Deine Ideen sind doch alle Dräck,
your shit is really whack.
Deine süff’ge Plörre kannst du selbst saufen,
denn auch wenn sie alle kaufen,
findet Litt’ratur so nicht statt,
und ich hab’ es wirklich satt
euch noch und nöcher zu ermahnen,
dass heut’ man kann nicht ahnen,
was für ein Buch die Zeiten überdauert,
euch kümmert’s nicht, ihr trauert
heut’ schon der vergang’nen Größe nach
die doch zu jener Zeit noch nicht bestand
und erst in uns’re Köpfe fand
durch lange Rezeptionsgeschichte,
so dass bei rechtem Lichte
betrachtet man doch besser,
halten würde seine Fresse.”
Entfährt’s dir: Autsch!

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Anmerkung: Dieser Text wurde angeregt durch die Diskussion über einen Artikel in der Welt. Frei plagiiert habe ich dabei einen Liedtitel von Georg Kreisler sowie “Samples” von Torch “Rote Wellen” und Big Boi “General Patton”.

Misslungene Gedichte DXCI

Quecksilbertage kondensieren an der Gefäßinnenwand,
die glänzenden Tropfen gleiten zu Boden,
fast alles langsam verflüssigt
gerinnt kaum noch,
müde Wortschuttschlacke
bewegt’s sich gar nicht mehr,
nur dieses mühselig Misslungene
schippert noch daran vorbei

Bewusstsein

sich
zu ge wand t
ist ich

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Oder wie es vor über 10 Jahren hieß?

Schrei

Erschallen sollte ein Schrei,
erschütternd, von eigener,
innerer Kraft getragen,
sollte endlich nach außen tragen,
was innerlich mich erdrückt,
sollte mir Luft verschaffen,
meine Seele befreien.

Allein;
ich schaffe es nicht,
mein Mund bleibt verschlossen,
meine Stimme still,
nur meine Gedanken
nur in Gedanken
habe ich gesetzt
den Fuß an jene Stelle
wo niederwärts
kein
Weg zurück

Meinen Mund will ich öffnen,
meine Stimme erheben,
aber ich weiß:

Ich bleibe stumm
und mein lautloser Schrei
hallt so nur wider
von den Wänden
meiner selbst
und
bewirkt nichts
nichts,
nichts…

(Frühjahr 1999, (c) David Peters)

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Weder so noch so.

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